Shopify x Global-e: Internationalisierung as a Service

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Shopify x Global-e: Internationalisierung as a Service
Hast du gewusst, dass du in Kanada keine gelbe Margarine verkaufen darfst? Oder dass es verboten ist, bunte Baumwolltücher nach England zu importieren? Oder dass bestimmte in die USA eingeführte Möbel eine Erklärung benötigen, in der die Holzart, das Herkunftsland und die biologische Bezeichnung des Baumes vermerkt sind?

Zugegeben, die Margarine-Regel wurde 2008 endgültig abgeschafft, und das Gesetz über die Baumwolltücher stammt aus dem 18. Jahrhundert. Aber die Sache mit der Holzdeklaration gilt immer noch – nur das mit der biologischen Bezeichnung war vielleicht ein wenig übertrieben. Aber wer weiß, ob die Regel nicht bald kommt? US-Importe sind gerade ja ziemlich volatil.

Was wir sagen möchten: Exportgeschäfte sind kompliziert. Vor allem, wenn dein Business seine Fühler über die Grenzen der EU hinaus ausstreckt. Zölle, Steuern, Preisangaben und merkwürdige Regularien – in der Praxis brauchst du für jedes neue Exportland fast schon einen eigenen Sachverständigen.

Und nun stell dir vor, jemand nimmt dir viele dieser Aufgaben ab. Kümmert sich um Regularien, Logistik und das gesamte Fulfillment. Genau hier setzt das Unternehmen Global-e an. Es unterstützt Händler:innen dabei, international zu verkaufen, ohne für jeden Markt eine eigene Infrastruktur aufbauen zu müssen.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf Global-e und Shopify – mit Fragen wie: Was übernimmt Global-e tatsächlich? Wann lohnt sich der Service gegenüber Shopify Markets? Welche Kosten und Herausforderungen kommen auf dich zu? Und worauf solltest du bei der Integration achten?



Aber von vorn:

Was ist Global-e und wie funktioniert es mit Shopify?

Global-e ist ein internationaler E-Commerce-Dienstleister, der Händler:innen bei der Abwicklung ihres grenzüberschreitenden Geschäfts unterstützt. Dabei geht das Leistungsspektrum über technische Aufgaben hinaus: Global-e kann auch als Merchant of Record auftreten – also gegenüber den Kund:innen rechtlich als Verkäufer fungieren und damit verbundene Aufgaben wie die Abwicklung von Zahlungen und Steuern übernehmen.

Für dich als Shopify-Händler:in bedeutet das: Du kannst bestimmte Aufgaben rund um dein internationales Geschäft an Global-e auslagern, statt alle Prozesse selbst abzubilden oder mehrere Dienstleister zu koordinieren.


Welche Services bietet Global-e?

Global-e kümmert sich um zahlreiche Aufgaben, die im internationalen Onlinehandel anfallen. Dazu gehören unter anderem:
  • Checkout und Währungen: Deine Kund:innen können in ihrer Landeswährung einkaufen und erhalten einen auf ihren Markt zugeschnittenen Checkout.

  • Zahlungsabwicklung: Global-e bindet internationale und lokale Zahlungsmethoden ein, damit deine Kundschaft so bezahlen kann, wie sie es gewohnt ist.

  • Steuern und weitere Abgaben: Global-e berechnet anfallende Abgaben und übernimmt im Rahmen des Merchant-of-Record-Modells deren Abwicklung und Abführung an die zuständigen Stellen.

  • Versand und Zollabfertigung: Der Dienstleister unterstützt bei internationalen Versandprozessen und den erforderlichen Zollunterlagen.

  • Lagerung und Fulfillment: Je nach Lösung kann Global-e auch Logistik- und Fulfillment-Leistungen einbinden. Dazu gehören Prozesse rund um die Lagerung und den Versand deiner Produkte.

  • Retouren und Kundenservice: Auch die Abwicklung internationaler Rücksendungen und die Unterstützung deiner Kund:innen gehören zum Leistungsspektrum.

Wichtig dabei: Du musst nicht automatisch jeden dieser Services nutzen. Welche Leistungen Global-e in deinem Shop übernimmt, richtet sich nach dem vereinbarten Modell und den konkreten Leistungen, die du beauftragst. Auch das Fulfillment liegt nicht zwangsläufig komplett bei Global-e: Die Lagerung, das Verpacken und der Versand deiner Produkte können weiterhin deine Aufgabe oder die deines Logistikpartners sein.



Aber wie kommen diese Services in deinen Shopify-Shop und was verändert sich dadurch technisch?

Wie funktioniert die technische Integration?

Das Wichtigste zuerst: Dein Shopify-Shop bleibt bestehen und auch optisch ändert sich durch die Implementierung von Global-e nicht viel. Produktseiten und Shop-Design bleiben grundsätzlich weiter in deiner Hand. Sichtbar werden die Anpassungen vor allem beim internationalen Einkauf: etwa durch lokalisierte Preise und Währungen sowie die für den jeweiligen Markt verfügbaren Zahlungsoptionen. Auch der Checkout wird um die Funktionen ergänzt, die für den grenzüberschreitenden Verkauf benötigt werden.

Die Anbindung von Global-e erfolgt über eine eigene App, die dein Unternehmen gemeinsam mit dem Projektteam von Global-e einrichtet. Dabei interessant: Bei der aktuellen nativen Integration werden die Cross-Border-Funktionen direkt in den Shopify-Checkout eingebunden. Bei der älteren „Hosted Checkout“-Variante landeten die Kund:innen noch auf einem separaten Checkout.



Insgesamt ist die Integration aber keine Installation nach dem Motto „App rein, fertig“. Die Software muss eingerichtet und mit deinen bestehenden Abläufen abgestimmt werden. Wie viel Anpassungsarbeit dafür nötig ist, hängt unter anderem davon ab, welche Apps und Systeme du bereits verwendest.

Daher interessiert dich jetzt bestimmt das hier:

Welche Vorteile und Nachteile hat Global-e?

Global-e kann dir also viele Aufgaben abnehmen, allerdings ist die Installation kein Selbstläufer und auch sonst gilt: Wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Beleuchten wir daher einmal die Vor- und Nachteile der Integration:

Die Global-e Pros

  • Schneller in neue Märkte expandieren: Statt für jedes Zielland eigene Prozesse und Dienstleister aufzubauen, kannst du auf vorhandene Strukturen zurückgreifen. Das kann den Aufwand für die Erschließung neuer Märkte deutlich reduzieren.

  • Weniger interne Ressourcen binden: Wenn Global-e Aufgaben rund um Zahlungen, Steuern und Zoll übernimmt, muss dein Team weniger operative Details selbst koordinieren. Die freiwerdenden Kapazitäten kannst du in Sortiment, Marketing und den Ausbau deines Geschäfts investieren.

  • Kaufabbrüche vermeiden: Vertraute Währungen, transparente Gesamtkosten und passende Zahlungsoptionen können Unsicherheiten beim internationalen Einkauf reduzieren. Das schafft bessere Voraussetzungen dafür, dass Kund:innen ihren Kauf tatsächlich abschließen.

  • Komplexität aus einer Hand koordinieren: Wenn mehrere Aufgaben über einen Dienstleister laufen, musst du weniger einzelne Anbieter und Schnittstellen aufeinander abstimmen. Das kann die Organisation deines internationalen Geschäfts vereinfachen.

  • Das internationale Geschäft leichter skalieren: Wenn du in bestehenden Märkten mehr Kund:innen erreichst oder dein Sortiment erweiterst, kann Global-e dich dabei unterstützen, das zusätzliche Potenzial deiner internationalen Märkte auszuschöpfen.

Die Global-e Cons

  • Zusätzliche Kosten: Die ausgelagerten Leistungen müssen sich wirtschaftlich rechnen. Ob Global-e günstiger ist als eine selbst organisierte Internationalisierung, lässt sich nur anhand der konkreten Konditionen und deines Geschäftsmodells beurteilen.

  • Weniger Kontrolle über bestimmte Prozesse: Wenn Global-e als Merchant of Record auftritt, übernimmt das Unternehmen die rechtliche Rolle des Verkäufers gegenüber den Kund:innen. Damit verändern sich Zuständigkeiten und Abläufe. Welche Aufgaben bei dir verbleiben, hängt vom vereinbarten Modell ab.

  • Abhängigkeit von einem Dienstleister: Ein Teil deiner internationalen Verkaufsprozesse hängt von der Integration, den Leistungen und den Rahmenbedingungen von Global-e ab. Ein späterer Wechsel kann deshalb zusätzlichen Aufwand verursachen.

  • Abstimmungsbedarf bei Technik und Logistik: Bestehende Apps, Schnittstellen und Abläufe müssen mit der Integration zusammenspielen. Auch die Zuständigkeiten für Lagerung, Versand und Retouren sollten vor dem Start eindeutig geklärt sein.

  • Einschränkungen bei Zahlungsarten: Die native Shopify-Integration von Global-e unterstützt derzeit weder PayPal Express noch Amazon Pay. Das kann relevant sein, wenn du diese Express-Checkouts auf deinen Produktseiten anbietest und/oder die Bezahlmethode im Zielmarkt besonders beliebt ist. Prüfe deshalb vor dem Go-live, welche Zahlungsarten im jeweiligen Markt tatsächlich funktionieren und ob die angezeigten Checkout-Buttons dazu passen.

Fazit: Für wen lohnt sich Global-e?

Global-e ist vor allem für Shops interessant, die international auf dem Sprung sind: Das Geschäft läuft, die nächsten Wachstumsschritte stehen an, aber eine eigene Infrastruktur für zahlreiche Auslandsmärkte wäre noch zu aufwendig. Besonders beim Handel außerhalb der EU kann der Dienstleister seine Stärken ausspielen, weil gerade dort oft zusätzliche Anforderungen an Zölle, Steuern und Einfuhrbestimmungen lauern.

Für kleinere Shops mit wenigen internationalen Bestellungen ist der Dienst dagegen ein wenig überdimensioniert und auch für große Händler:innen, die bereits über eine eigene internationale Infrastruktur verfügen, ist Global-e nicht automatisch die beste Wahl. Entscheidend ist, ob die ausgelagerten Leistungen den zusätzlichen Aufwand und die Kosten wert sind.

Welche Alternativen gibt es?

Neben Global-e existieren natürlich noch weitere Möglichkeiten, um den internationalen Verkauf mit Shopify zu organisieren. Wir differenzieren dabei zwischen:

Shopify Markets und Managed Markets

Shopify bietet mit Markets und Managed Markets zwei Möglichkeiten, das internationale Business zu steuern. Während du mit Markets deine Shops selbst steuerst, übernimmt Managed Markets einen größeren Teil der Aufgaben rund um den grenzüberschreitenden Handel.

Interessanterweise arbeitet Shopify bei Managed Markets mit Global-e zusammen. Global-e übernimmt dabei die Rolle des Merchant of Record. Managed Markets ist also keine unabhängige Alternative zu Global-e, sondern ein Shopify-Angebot, das auf dessen Leistungen aufbaut.

Der Haken: Unternehmen mit Sitz in Deutschland können Managed Markets derzeit nicht nutzen. Der Vollständigkeit halber führen wir es trotzdem auf – und auch, weil die Erfahrung zeigt, dass Shopify seine Angebote meist irgendwann nach Good Old Europe bringt.



Weitere Dienstleister für den internationalen Handel

Wenn Shopify Markets nicht ausreicht oder du bestimmte Aufgaben auslagern möchtest, kommen spezialisierte Dienstleister infrage:

Weitere Dienstleister für den internationalen Handel

Wenn Shopify Markets nicht ausreicht oder du bestimmte Aufgaben auslagern möchtest, kommen spezialisierte Dienstleister infrage: Welcher Anbieter zu deinem Shop passt, hängt davon ab, welche Aufgaben du auslagern möchtest und wie umfassend die Unterstützung sein soll.

Was du bei der Umsetzung mit Shopify und Global-e beachten solltest

Wenn deine Wahl auf Global-e gefallen ist, gibt es ein paar Learnings, die wir aus unseren eigenen Projekten mit dem System mitgenommen haben und die wir dir für eine möglichst reibungslose Umsetzung nicht vorenthalten wollen. Achte insbesondere auf diese Punkte:

1. Starte schrittweise statt mit einem Big Bang

Du musst nicht alle Auslandsmärkte gleichzeitig auf Global-e umstellen. Beginne lieber mit einzelnen Märkten, in denen du bislang wenig Umsatz machst. So kannst du die Integration unter realen Bedingungen testen, Erfahrungen sammeln und mögliche Probleme beheben, bevor du deine umsatzstärksten Märkte umstellst.

2. Kläre hybride Set-ups frühzeitig

Nicht jeder Markt muss zwingend über Global-e laufen. Je nach Geschäftsmodell kann es sinnvoll sein, einzelne Märkte weiterhin über Shopify Markets abzuwickeln und andere an Global-e anzubinden.

Das kann auch helfen, Risiken zu begrenzen. In einzelnen Projekten haben wir nach einer Umstellung starke Conversion-Einbrüche erlebt. Neben den damaligen Checkout-Bedingungen spielten dabei auch Einschränkungen bei den verfügbaren Zahlungsarten eine Rolle. Das ist natürlich kein Beleg dafür, dass Global-e grundsätzlich die Conversion verschlechtert, zeigt aber, wie wichtig es ist, die Umstellung sorgfältig zu planen und die Kennzahlen im Blick zu behalten.

Ob und wie sich eine hybride Nutzung realisieren lässt, solltest du frühzeitig mit den beteiligten Partnern klären – einschließlich der vertraglichen Bedingungen.

3. Beziehe deine Agentur früh ein

Global-e arbeitet mit unterschiedlichen Shopsystemen und bringt entsprechend breite Erfahrung im internationalen E-Commerce mit. Die Besonderheiten deines Shopify-Shops kennt deine Agentur allerdings meist besser. Beziehe sie deshalb frühzeitig ein, damit technische Abhängigkeiten und mögliche Konflikte mit bestehenden Apps oder Schnittstellen rechtzeitig auffallen.

Dazu gehören beispielsweise die Anbindung deines ERP-Systems, die Verarbeitung von Bestelldaten und die Frage, welche Anwendung welche Daten liefert oder verändert. Deine Agentur kann hier eine wichtige Schnittstelle sein, um die Anforderungen von Global-e mit den Gegebenheiten deines Shops abzugleichen und Probleme vor dem Go-live zu vermeiden.

4. Kommunikation, Zeitzonen und wechselnde Ansprechpartner:innen

Unsere Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Global-e sind unterschiedlich. In einigen Projekten lief die Abstimmung reibungslos, in anderen fühlten sich Projektverantwortliche weniger gut begleitet. Eine pauschale Aussage über die Betreuungsqualität lässt sich daraus nicht ableiten. Umso wichtiger ist es, die Kommunikation von Anfang an verbindlich zu organisieren.

Kläre deshalb möglichst früh, wer auf beiden Seiten für welche Themen zuständig ist, über welche Kanäle ihr euch abstimmt und mit welchen Reaktionszeiten du rechnen kannst. Berücksichtige dabei auch mögliche Zeitverschiebungen und plane für wichtige Entscheidungen ausreichend Puffer ein.

5. Plane den Go-live mit Bedacht

Vermeide für die Umstellung eine umsatzstarke Phase mitten in einem Sale. Wenn etwas nicht funktioniert, kann das bares Geld kosten. Wähle lieber einen Zeitraum, in dem du den Shop engmaschig beobachten und bei Bedarf schnell reagieren kannst.

Kläre außerdem vorab, wie ihr bei Problemen vorgeht und ob eine Rückkehr zum vorherigen Setup möglich ist. Ein solcher Rollback sollte nicht erst im Ernstfall diskutiert werden. Halte Zuständigkeiten, wichtige Entscheidungen und die nötigen Schritte schriftlich fest.

Checkliste: Ist dein Shop bereit für Global-e?

Bevor du mit Global-e live gehst, solltest du daher diese Punkte abhaken können:

Global-e und Shopify: Von der Entscheidung zur Umsetzung

Und damit bist du voll im Bilde: Global-e kann dir viele Herausforderungen des grenzüberschreitenden Handels abnehmen, von der Zahlungsabwicklung bis zu Zöllen und Steuern. Ob sich das lohnt, hängt allerdings von deinem Geschäftsmodell, deinen Zielmärkten und den Kosten ab. Auch die technische Integration und die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister solltest du nicht unterschätzen.

Kläre sämtliche Anforderungen also frühzeitig und hole auch deine Shopify-Agentur zeitnah mit ins Boot. Denn genau dort sitzen die Profis, die die Plattform und deinen Store kennen.

So wie unser Migrationsteam, das dich bei einem Wechsel von einem anderen Shopsystem zu Shopify begleitet und dir hilft, bestehende Daten, Trackings und Schnittstellen sauber einzubinden – mit oder ohne Global-e.

Wenn du schon auf Shopify unterwegs bist und deinen Shop von Grund auf neu aufbauen möchtest, dann ist unsere Relaunch-Mannschaft dein Ansprechpartner. Sie unterstützt dich vom ersten Konzept hin zur technischen Umsetzung.

Eine letzte Sache rund um merkwürdige Marktregularien hätten wir dann noch für dich: Wenn du Schafwolle in Brandenburg verkaufen möchtest, musst du auf deinem Bauernhof die Ziegen gemeinsam mit Schweinen auf die Weide stellen – sagte zumindest Kurfürst Friedrich Wilhelm im Jahr 1687. Ob das noch gilt? Klären wir für dich gerne im Rahmen unserer unverbindlichen Erstberatung. 

FAQ: Häufige Fragen zu Shopify und Global-e

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