Shopify in der Schweiz: Nicht einfach „noch ein Markt“

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Shopify in der Schweiz: Nicht einfach „noch ein Markt“
Bereits seit vielen Jahren gehört die Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Kaufkraft weltweit. Dabei geben Schweizer Konsument:innen online nicht einfach nur viel aus – sie geben bewusst aus: für Qualität, Transparenz und Zuverlässigkeit.

Gleichzeitig bringt die Schweiz als Zielland Nuancen mit sich, die sie deutlich vom Rest Europas abgrenzen. Wer die Eidgenossenschaft einfach in den EU-Stack einsortiert, begeht bereits in der Planungsphase einen entscheidenden Fehler.

In diesem Beitrag werfen wir daher einen umfassenden Blick auf den Onlinehandel in der Schweiz. Wir zeigen dir, welche Eigenheiten der Markt mit sich bringt und wie du sie richtig löst. Immer mit dem Ziel, deinen Shopify-Store auf einen Kurs zu bringen, der auch in der Schweiz zum Erfolg führt.

Shopify Schweiz Übersicht

#1: Mehrsprachigkeit für den Onlineshop

Die Schweiz besitzt vier Amtssprachen, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen:
  • Schweizer Hochdeutsch

  • Französisch

  • Italienisch

  • Rätoromanisch

Als Minderheitensprache, die sich nur auf Teile des Kantons Graubünden beschränkt, spielt Rätoromanisch im Onlinehandel nur eine untergeordnete Rolle. Deutsch, Französisch und Italienisch werden für einen B2C-Store in der Schweiz dagegen erwartet.

Beachte dabei:

1. Setze auf Hochwertigkeit

Qualität ist in der Schweiz ein wichtiges Verkaufsargument – und sie beginnt häufig in der textlichen Darstellung eines Stores. Trotz allen Fortschritts sind Maschinen immer noch nicht in der Lage, hier mit der nötigen Zuverlässigkeit zu liefern. Sie verstehen weder Nuancen noch sprachliche Eigenheiten.

In der Praxis sollten Übersetzungen daher immer von Muttersprachler:innen vorgenommen werden. Insbesondere in der Eidgenossenschaft, denn gerade hier signalisiert eine hochwertige Übersetzung immer auch Respekt vor den föderalen Strukturen des Landes.

2. Schweizer Hochdeutsch ≠ Deutsches Hochdeutsch

Der Unterschied zwischen Schweizer und deutschem Hochdeutsch geht deutlich über einzelne Wörter hinaus. Das zeigt sich vor allem in Rhythmus, Tonalität, Satzbau und Erwartung. Schweizerdeutsch ist pragmatischer und zugänglicher. Es verzichtet auf Dramatisierung und Superlativ, setzt dagegen auf Klarheit und eine saubere Struktur.

Übernimm daher nie einfach die Texte eines deutschen Stores. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um meinungsstarken Content wie Blogbeiträge handelt. Ein Onlineshop für die Schweiz setzt bewährtermaßen auf Texte, die von Einheimischen verfasst sind.

3. Denke international

Weiterhin ist die Schweiz ein Land, das ganzjährig zahlreiche internationale Gäste begrüßt, die bei einem Aufenthalt gerne das Shoppingangebot des Landes nutzen – auch online. Oft empfiehlt es sich daher, das Sprachpaket eines Stores um die Weltsprache Englisch zu ergänzen.

Im gleichen Atemzug lassen sich so Kund:innen aus weiten Teilen Europas abholen. Schließlich lässt sich im Vorfeld nie sicher vorhersagen, ob nicht auch Menschen aus Skandinavien oder dem östlichen Teil des Kontinents Interesse an einem Onlineangebot zeigen.

Umsetzung der Mehrsprachigkeit auf Shopify

Shopify unterstützt Mehrsprachigkeit nativ, stabil und skalierbar. Mehrere Sprachversionen lassen sich problemlos für Produktseiten, Kategorien, den Checkout sowie weiteren Content (Blogs, Über uns, Retoureninfos…) anlegen. Eine Weiterleitung der Besuchenden kann dabei je nach Browsersprache oder Region automatisiert erfolgen.

Für eine pflegeleichte Umsetzung, gute SEO-Ergebnisse sowie starkes Vertrauen der User:innen empfehlen wir die Verwendung von Subdirectories. Also zum Beispiel meinshop.ch/de, meinshop.ch/fr und meinshop.ch/it.

Vertiefendes Wissen zu den Themen „Mehrsprachige Onlineshops und internationales SEO“ haben wir in einem dedizierten Beitrag für dich zusammengestellt.
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#2: Bezahlmodelle für die Schweiz

In der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit sind folgende Bezahlmethoden für einen Store in der Schweiz relevant:
  1. TWINT

  2. Kreditkarten

  3. Kauf auf Rechnung

  4. PostFinance

  5. Mobile Wallets

  6. PayPal

Dazu solltest du wissen:

1. TWINT

TWINT ist der führende Mobile-Payment-Anbieter in der Schweiz und zählt seit 2025 mehr als sechs Millionen Nutzer:innen – also gut zwei Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Ein Onlineshop ohne TWINT wird von Schweizer Kund:innen mit Skepsis betrachtet. Der Zahlungsdienstleister ist daher Pflicht.

2. Kreditkarten

Vor allem Visa und Mastercard sind in der Schweiz stark verbreitet und fest im E-Commerce etabliert. Dabei werden Kreditkarten nicht als Kauf auf Kredit betrachtet, sondern einfach als reguläres Zahlungsmittel wahrgenommen. Besondere Bedeutung kommt ihnen bei digitalen Services und Abomodellen zu.

3. Kauf auf Rechnung

Der Rechnungskauf ist in der Schweiz kulturell stark verankert. Er gilt als Zeichen von Vertrauen und Seriosität. Bezahlt wird nach Erhalt der Ware. Beachte dabei, dass in der Schweiz seit 2020 einheitlich die QR-Rechnung genutzt wird:

Die Rechnung enthält alle Bezahlinformationen sowohl in klassischem Papierformat als auch in einer maschinenlesbaren Variante in Form eines QR-Codes. Letzterer erlaubt das schnelle Einlesen aller relevanten Informationen via Banking Apps sowie eine automatische Verarbeitung der Rechnung durch Kreditinstitute.

Zwar sind ausländische Unternehmen nicht zum Ausstellen einer QR-Rechnung verpflichtet, allerdings garantieren Schweizer Banken bei einem Fehlen keine Zahlungsverarbeitung. Verbraucher:innen empfinden wiederum den fehlenden QR-Code als unprofessionell und umständlich. Für einen seriösen Auftritt in der Schweiz empfiehlt sich daher immer die QR-Rechnung.

4. PostFinance

Als Finanzdienstleister gehört PostFinance zur Die Schweizerische Post und genießt aufgrund seiner langen Tradition vor allem bei einem eher konservativen Publikum großes Vertrauen. Die Aufnahme des Zahlungsdienstleisters in das eigene Angebot gestaltet sich in der Praxis also stark zielgruppenabhängig.

5. Mobile Wallets

Ähnliches gilt für Mobile Wallets wie Google Pay oder Apple Pay. Diese gewinnen vor allem bei einem jüngeren Publikum eine immer stärker werdende Relevanz. Stores, die eine entsprechende Zielgruppe besitzen, können von diesem Angebot profitieren.

6. PayPal

Zuletzt ist PayPal in der Schweiz präsent, aber keinesfalls führend. Genutzt wird es vorwiegend für internationale Käufe oder wiederkehrende Zahlungen. Der US-amerikanische Zahlungsdienstleister kann also ergänzend angeboten werden, steht aber niemals an erster Stelle.

Umsetzung der Bezahlmodelle auf Shopify

Seit 2025 gehört TWINT fest zum Angebot von Shopify Payments. Das beliebteste Bezahlmodell für die Schweiz lässt sich also ebenso einfach wie umstandslos in den Checkout deines Stores integrieren.

Der Kauf per Kreditkarte sowie via PayPal gehört ebenfalls zum Leistungsumfang von Shopify Payments. Auch hier ergeben sich keine großen Herausforderungen.

QR-Rechnungen werden dagegen nicht nativ von Shopify unterstützt. Mögliche Lösungen finden sich allerdings im App-Store. Anwendungen wie Swiss Invoice: QRBills oder fcon QR Biller erzeugen auf Wunsch automatisiert QR-Rechnungen für jede beliebige Transaktion. Beachte aber, dass für die Nutzung ein Schweizer Bankkonto vorausgesetzt wird.

Lediglich PostFinance erfordert den Umweg über einen externen Payment Service Provider (PSP). Hier kommen zusätzliche Gebühren und Arbeit am Backend deines Stores auf dich zu. Gerne empfehlen wir dir mögliche PSP-Anbieter und unterstützen dich bei der Implementierung.

Denke zuletzt daran, die Reihenfolge, in der die Zahlungsdienstleister in deinem Checkout angezeigt werden, nach ihrer Wichtigkeit zu konfigurieren. TWINT gehört in der Schweiz immer an die erste Stelle. Dann folgen die Kreditkarten und der Kauf auf Rechnung. Eine prominente Präsentation von PayPal ist nicht erforderlich.

#3: Zum Thema Währung

Selbstverständlich sollten sämtliche Preise in einem Schweizer Onlinestore zunächst immer in Schweizer Franken (CHF) angezeigt werden. Zwei unterschiedliche Szenarien lassen allerdings auch die Anzeige weiterer Währungen als sinnvoll erscheinen:

Zunächst gibt es den Case, dass ein Store zwar ausschließlich in der Schweiz eröffnet, aber auch mit internationaler Kundschaft rechnet. In diesem Fall bietet es sich an, sämtliche Preise auch in Euro (EUR) angeben zu können. So lassen sich Kund:innen in den Nachbarländern – insbesondere Österreich und Deutschland – gewinnen, ohne den Store aufwendig zu lokalisieren.

Weiterhin haben wir bereits erwähnt, dass die Schweiz sowohl als Reiseland als auch als Austragungsort großer internationaler Events sehr beliebt ist. Steht Besucher:innen eine Umrechnung in eine Währung wie US-Dollar zur Verfügung, fällt ihnen der Preisvergleich und damit ein spontaner Onlineeinkauf während ihres Aufenthaltes deutlich leichter.

Umsetzung der Schweizer Währung auf Shopify

Shopify Payments unterstützt nativ die Multi-Currency-Anzeige. Die Umrechnung zwischen den Währungen erfolgt dabei automatisch und nach tagesaktuellem Kurs. Der zusätzliche Service für die internationale Kundschaft lässt sich also umstandslos implementieren.

Speziell für die Schweiz bietet Shopify Payments ab dem Advanced Plan außerdem den Multi-Currency Payout an. Einnahmen lassen sich entweder in CHF auf ein Schweizer Bankkonto auszahlen oder in EUR auf ein Konto bei einer Bank in zahlreichen weiteren europäischen Ländern. Zusätzliche Gebühren werden dabei nicht fällig.

Eine Auszahlung in weiteren Währungen wie US-Dollar, kanadische Dollar, australische Dollar oder britische Pfund ist ebenfalls möglich. Allerdings wird hier eine Gebühr erhoben.

Insgesamt trägt Shopify dem Status der Schweiz als Drehscheibe für den internationalen Handel also klar Rechnung.

#4: Datenschutz und die revDSG

Am 1. September 2023 ist der revised Swiss Data Protection Act (revDSG) in Kraft getreten. Zuvor wurde Datenschutz in der Schweiz eher weiträumig gefasst. Die neuen Regelungen sind deutlich schärfer und in etwa vergleichbar mit der DSGVO.

Dabei ist es zunächst wichtig zu wissen, dass das Gesetz alle betrifft, die personenbezogene Daten von Schweizer Einwohner:innen verarbeiten – also nicht nur Onlinehändler:innen mit Sitz in der Schweiz, sondern auch ausländische Shops mit dem Zielmarkt Schweiz.

Durch das revDSG werden weiterhin ausschließlich natürliche Personen geschützt, insbesondere die Besucher:innen eines Onlineshops. Ihnen muss klar und verständlich erklärt werden:
  • welche ihrer Daten erhoben werden,

  • wofür,

  • wie lange,

  • und an wen sie weitergegeben werden.

Eine aktuelle Datenschutzerklärung ist daher Pflicht.
Weiterhin kennt das revDSG zwar keine Cookie-Banner-Pflicht wie die DSGVO, allerdings ist personenbezogenes Tracking ohne Rechtsgrundlage unzulässig. Vornehmlich dann, wenn es dem Profiling oder dem Marketing dient. In der Praxis bedeutet das:

Consent-Banner werden dringend empfohlen. Marketing-Tools (Newsletter etc.) benötigen einen klaren Opt-in.

Zuletzt verlangt das revDSG eine saubere Dokumentation aller erhobenen Daten. Vor allem dann, wenn sie an Dritte weitergereicht werden, also etwa an Zahlungsdienstleister, Analyseplattformen und Hosting-Anbieter. Zwar gilt der Datentransfer in die EU als angemessen geschützt, aber bereits bei US-Tools wie Google Analytics wird es kompliziert. Daher wichtig:

Auftragsverarbeitungsverträge müssen sorgfältig geprüft werden. Das Verfahrensverzeichnis muss sauber gepflegt werden.

Bei Verstößen gegen das revDSG können nicht nur Unternehmen, sondern auch natürliche Personen belangt werden. Dazu zählen primär Verantwortungsträger wie Geschäftsführer:innen oder Verwaltungsräte. Die maximale Geldstrafe beträgt 250.000 CHF.

Umsetzung des revDSG auf Shopify

Das revDSG auf Shopify sauber umzusetzen erfordert – ähnlich wie die DSGVO – vor allem Erfahrung. Nicht nur im juristischen Sinne, sondern auch im technischen: Welche Tools kommen zum Einsatz? Welche Daten lesen sie aus? An wen leiten sie die Informationen weiter?

Als Checkliste für die ersten wichtigen Maßnahmen:
  • Datenschutzerklärung prüfen und aktualisieren

  • Tracking- und Marketing-Tools inventarisieren

  • Einwilligungen sauber umsetzen: Immer Opt-in, statt Opt-out

  • Guest-Checkout nutzen: Bezahlen ohne Kontozwang

  • Pflichtfelder reduzieren: An der Kasse nur notwendige Informationen abfragen

  • Verträge mit Dienstleistern prüfen

  • Für Stores mit EU-Kundschaft: revDSG & DSGVO harmonisieren

Die sinnvollste Option für ein revDSG-konformes Setup ist in der Praxis meist die Zusammenarbeit mit einem Partner, der sicher in der Thematik ist und bereits zahlreiche Schweizer sowie in der Schweiz aktive Unternehmen betreut. Wende dich dazu gerne vertrauensvoll an unsere Experten.

#5: Versand, Zoll & Cross-Border: Schweiz ↔ EU

Als Nicht-EU-Land bringt der grenzüberschreitende Handel in die Schweiz und aus der Schweiz einige Besonderheiten mit sich. Beachte diese Punkte:

1. Zoll und Einfuhrgebühren

Kund:innen erwarten transparente Preise und Informationen zu Lieferzeiten, Zoll und zusätzlichen Gebühren. Nur so vermeiden Händler:innen Tickets und Rückfragen. Alle Zollformalitäten, Einfuhrabgaben und Lieferbedingungen müssen klar kommuniziert werden.

2. Duty- und Tax-Transparenz

Je nach Liefermodell (DAP – Delivered At Place oder DDP – Delivered Duty Paid) muss klar sein, wer die Zoll- und Steuerkosten trägt. Bei DAP zahlen die Kund:innen alle Einfuhrabgaben direkt, bei DDP übernehmen die Händler:innen diese Kosten. Eine falsche Darstellung kann zu verspäteten Zahlungen oder Abbrüchen im Checkout führen.

3. Produktdaten-Basics

Für die Zollabwicklung sind korrekte Produktinformationen entscheidend: Ursprungsland, HS-Codes (Warentarifnummern) und Produktbeschreibungen müssen vollständig und korrekt angegeben sein, sonst drohen Verzögerungen oder zusätzliche Gebühren.

4. Carrier & Versanddienstleister

Carrier wie die Swiss Post oder internationale Kurierdienste übernehmen zwar den Transport, doch für Zollabwicklung und Dokumente werden häufig zusätzliche Tools oder Apps benötigt, um Zolldeklarationen, Handelsrechnungen und Versandlabels automatisch zu generieren.

Umsetzung des Schweizer internationalen Handels auf Shopify

Shopify Markets erlaubt es dir, alle genannten Punkte systematisch abzuarbeiten:

Länderspezifische Shops und Preise: Schweizer Kund:innen sehen automatisch Preise in CHF, inklusive Versandkosten, Zollgebühren und des Schweizer Mehrwertsteuersatzes von 7,7 Prozent (respektive 2,5 Prozent für reduzierte Waren). EU-Kund:innen dagegen bekommen alle Preise in EUR angezeigt – bei entsprechender Konfiguration inklusive der landesspezifischen Mehrwertsteuer. Das sorgt für klar kalkulierte Endpreise ohne Überraschungen.

Zoll- und Steuermanagement: Shopify Markets ermöglicht die automatische Berechnung von Steuern und Einfuhrabgaben, abhängig vom Liefermodell (DAP/DDP). So wissen du und deine Kund:innen von Anfang an, wer welche Kosten trägt.

Produktdaten und Dokumente: Produktinformationen wie Ursprungsland und HS-Codes werden systematisch für jede Bestellung übernommen, sodass Handelsrechnungen und Zollangaben korrekt erstellt werden.

Integration von Carrier-Apps: Über Apps wie ShippyPro oder Easyship lassen sich Versandetiketten und Zolldokumente direkt aus Shopify generieren. Carrier erhalten automatisch alle notwendigen Daten. Lieferungen und Zahlungen können damit schneller abgewickelt werden.

Cross-Border-Verkäufe in die Schweiz beziehungsweise aus der Schweiz in die EU lassen sich so transparent, regelkonform und kundenfreundlich abwickeln, während administrative Hürden gleichzeitig deutlich reduziert werden.

Alles Wissenswerte zu Shopify Markets findest du weiterhin in unserem Beitrag zum Thema.

#6: Weitere Informationen zur Einfuhr- und Mehrwertsteuer

Grundsätzlich gilt: Der Mehrwertsteuersatz in der Schweiz beträgt 7,7 Prozent für reguläre Waren und 2,5 Prozent für reduzierte Waren wie Lebensmittel oder Bücher. Verkauft ein Händler ein Produkt in der Schweiz, wird der Steuersatz fällig – genau wie in anderen Ländern auch.

Gleichzeitig kennt die Schweiz allerdings die sogenannte Import-Mehrwertsteuer. Diese Steuer wird beim Grenzübertritt erhoben und immer vom Importierenden geschuldet – also von der Person oder dem Unternehmen, das zollrechtlich als Einführer auftritt. Eine Steuerbefreiung existiert nur in wenigen Ausnahmefällen, etwa wenn der geschuldete Mehrwertsteuerbetrag unterhalb von fünf Schweizer Franken liegt. Beachte dabei, dass zur Bemessungsgrundlage nicht nur der Warenwert gehört, sondern auch die Transportkosten und etwaige Zölle.

Dabei gilt: Niemand zahlt zweimal Mehrwertsteuer auf dieselbe Ware, denn es gibt genau zwei Konstellationen:
  1. Der Händler ist in der Schweiz nicht mehrwertsteuerregistriert, dann:

    • zahlen Händler (DDP) oder Kunde (DAP) die Import-Mehrwertsteuer

    • wird auf der Rechnung keine Inlands-Mehrwertsteuer ausgewiesen

  2. Der Händler ist in der Schweiz mehrwertsteuerregistriert, dann:

    • zahlt der Händler die Import-Mehrwertsteuer

    • wird die Inlands-Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausgewiesen

    • ist der Händler zum Vorsteuerabzug der Import-Mehrwertsteuer berechtigt

Dazu ist ebenfalls wichtig: Ein Unternehmen wird in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig, wenn es weltweit mehr als 100 000 Schweizer Franken Umsatz pro Jahr erzielt und gleichzeitig steuerbare Leistungen in der Schweiz erbringt.

Mittelständische Unternehmen, die in die Schweiz importieren, werden daher sehr schnell lokal mehrwertsteuerpflichtig. Wenn sie jetzt nicht sauber arbeiten und ihre Umsätze dokumentieren, kommt es bald zu Fehlern und einer überflüssigen doppelten Steuerbelastung.

Umsetzung der Einfuhr- und Mehrwertsteuer in der Schweiz auf Shopify

Shopify trennt Schweizer Import-Mehrwertsteuer und Inland-Mehrwertsteuer konsequent voneinander und verhindert so eine Doppelbelastung:

Die Schweizer Mehrwertsteuer wird im Store nur dann ausgewiesen, wenn Händler:innen in der Schweiz mehrwertsteuerlich registriert sind, eine steuerbare Inlandslieferung vorliegt und sie ihren Store entsprechend konfiguriert haben.

In allen anderen Fällen – etwa bei Exporten aus der Schweiz oder falls keine Mehrwertsteuerregistrierung vorliegt – weist Shopify auch konsequent keine Mehrwertsteuer aus. Denn jetzt entsteht die Import-Mehrwertsteuer nicht beim Einkauf, sondern beim Grenzübertritt. Sie wird entweder vom Importierenden (bei DDP) oder den Kund:innen (bei DAP) direkt an Zoll oder Carrier bezahlt.

Shopify zwingt Händler:innen also nicht zu einem bestimmten Liefer- oder Steuer­modell, sondern schafft durch seine Architektur eine klare Systemlogik. Steuern werden im Shop nur dort erhoben, wo sie hingehören, während Importabgaben über Versanddienstleister und Zollprozesse abgewickelt werden. Dabei bitte nicht vergessen, dass mehrwertsteuerregistrierte Unternehmen die Importsteuer zwar ebenfalls zahlen müssen, dabei aber zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

#7: Shopify Markets oder Multi-Store für Handel in der Schweiz?

Für Händler:innen die in die Schweiz verkaufen möchten, steht weiterhin oft die Frage im Raum: Lieber einen zentralen Shopify-Store mit Markets nutzen oder doch lieber einen eigenen Store für die Schweiz eröffnen? Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:
  • Zentrale Verwaltung vs. lokale Anpassung: Mit Shopify Markets lassen sich Produkte, Preise und Versandprofile für die Schweiz direkt im zentralen Store steuern. Multi-Stores erlauben vollständige lokale Anpassungen, voraussetzen aber doppelte Pflege.

  • Preise & Währung: Markets ermöglicht CHF-Preise und lokale Steuerberechnung, während ein eigener Schweizer Store maximale Preisfreiheit bietet, aber jede Änderung separat angepasst werden muss.

  • Mehrwertsteuer & Zoll: In Markets kann die Schweizer Mehrwertsteuer sauber abgebildet werden, inklusive Steuer- und Versandlogik für DAP/DDP. Multi-Stores erfordern eigene Steuerkonfigurationen und separate Rechnungslogik.

  • Lokale Zahlungsmethoden: Markets unterstützt die Integration von Schweizer Zahlungsarten wie TWINT, während Multi-Stores individuelle Payment-Lösungen pro Store benötigen.

  • Versand & Carrier: Markets erlaubt die Nutzung lokaler Carrier-Apps für Schweizer Post oder Kurierdienste, Multi-Stores erfordern separate Versandprofile.

  • Reporting: Ein zentraler Store liefert alle Schweizer Umsätze und Kennzahlen an einem Ort, Multi-Stores beanspruchen das Zusammenführen von Reports aus jedem Store, erlauben aber auch eine granularere Analyse.

  • SEO & Domains: Markets kann Schweizer Kund:innen über .ch-Domain oder Subdomain bedienen. Multi-Stores ermöglichen komplett individuelle Inhalte und SEO-Strategien, bedürfen dafür aber mehr Aufwand.

  • Skalierbarkeit: Markets eignet sich für schnelles Wachstum in der Schweiz ohne zusätzlichen administrativen Aufwand. Multi-Stores bieten maximale Flexibilität, sind jedoch wartungsintensiver.

Fazit: Für die meisten Händler:innen bietet ein zentraler Shopify-Store mit Markets eine gute Balance aus Effizienz und Lokalisierung. Ein eigener Schweizer Store lohnt sich nur, wenn sehr starke lokale Anpassungen nötig sind, völlig andere Produktlinien vorliegen oder mit unterschiedlichen rechtlichen Entitäten (etwa AG in der Schweiz und GmbH in Deutschland) gearbeitet wird.
Visual zum Vergleich
Noch mehr Informationen zur optimalen Architektur für dein internationales E-Commerce-Projekt findest du in unserem Beitrag zum Thema.

#8 Lokale Expertise in der Schweiz

Im Schweizer Geschäftsleben spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Schweizer Unternehmen bevorzugen daher häufig Partner, die ebenfalls in der Schweiz ansässig sind oder zumindest eine lokale Präsenz haben. Persönliche Erreichbarkeit, Verlässlichkeit in rechtlichen und finanziellen Fragen sowie transparente Kommunikation gelten als Werte, die sich leichter mit lokal verankerten Partnern teilen lassen.

Diese Maxime gilt nicht nur für Händler:innen, sondern auch für angeschlossene Dienstleister – zum Beispiel für die Agentur, die mit der Umsetzung eines Shopify-Store-Projekts beauftragt wird.

Wir von Eshop Guide durften bereits für zahlreiche Schweizer Unternehmen tätig werden und betreuen unsere Kund:innen nicht nur während des Umsetzungszeitraums, sondern begleiten sie auch langfristig. Um dir einen Eindruck von unseren Schweizer Projekten zu geben:

CHRIS Sports – CHRIS Sports bringt seit Jahrzehnten leidenschaftlich hochwertige Bike- und Outdoor-Marken direkt zu seinen Kund:innen und verbindet dabei fundiertes Fachwissen mit echter Begeisterung für Bewegung und Abenteuer.

Lies dazu auch unsere Case Study: CHRIS Sports migriert zehn Brand Stores zu Shopify.

Nitro Snowboards – Nitro ist eine international etablierte Snowboard-Marke, die für Boards, Boots und Bindungen für jeden Fahrstil steht. Die Website verkörpert echte Passion für das Hobby, geprägt von klaren Produktwelten und einem Community-Spirit, der von Abenteuern und Teamgeist erzählt.

Swidro – Swidro ist nicht einfach ein Shop, sondern ein digitales Gesundheits- und Apothekennetzwerk, das lokalen Drogerien und Apotheken gestattet, ihre Produkte unter eigener Marke online anzubieten. Kund:innen finden dort vertraute Gesundheits- und Pflegeartikel direkt aus der Schweiz.

CT&T Medical – CT&T Medical ist die Anlaufstelle für professionelle Medizin- und Therapieprodukte in der Schweiz.  Therapeut:innen finden hier Akupunkturnadeln, Massage-Zubehör und Praxisbedarf in geprüfter Qualität.

Dein nächster Schritt

Bei Interesse an einem verlässlichen E-Commerce-Partner sind persönliche Treffen in der Schweiz für uns immer möglich. Außerdem findest du unsere Präsenz auf allen wichtigen Branchenevents und Messen in der Eidgenossenschaft.

Solltest du dich bereits für uns als Partner entschieden haben, dann kannst du für dein Projekt auch gerne direkt Kontakt zu uns aufnehmen. Möchtest du einen vorhandenen Shopify-Store in der Schweiz relaunchen, dann wende dich an unser Relaunch-Team. Bei einer Migration aus einem anderen Shopsystem sind unsere Migrations-Experten deine Ansprechpartner. Für eine erste Einschätzung deines Bedarfs steht dir außerdem immer unsere unverbindliche Erstberatung durch unsere Internationalisierungsprofis zur Verfügung. In jedem Fall freuen wir uns darauf, von dir zu hören.

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