Im Oktober 2025 lief bei Deloitte eine große Studie zum Konsumverhalten in Europa. Dabei zeigte sich, dass das Verbrauchervertrauen in kleine Brands innerhalb der letzten fünf Jahre massiv gestiegen ist, nämlich um stramme 29,2 Prozent. Kund:innen assoziieren Nischenmarken mit Qualität, Authentizität und Nahbarkeit.
Das wissen inzwischen natürlich auch die Reseller und sind immer öfter bereit, eine Displaybox mit einem neuen Produkt in ihrem Laden aufzustellen oder ihre Getränkekarte um einen unbekannten Drink zu erweitern. Ergo: B2B für KMU ist noch mächtiger im Kommen, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war.
Wer das übrigens auch weiß, ist Shopify. Denn dort hat man die nativen Großhandelsfunktionen im Frühjahr 2026 deutlich geöffnet. Was es vorher nur im teuren Plus-Tarif gab, ist jetzt teilweise auch in den Plänen Basic, Growth und Advanced verfügbar. Und damit sind wir mitten im Thema.
Diese Themen findest du im Folgenden:
- Großhandel auf Shopify: Was die Plattform dir heute bietet
- Ende Gelände: Wo die nativen Shopify-B2B-Funktionen an ihre Grenzen kommen
- Einfacher Workaround: Mit Shopify Apps die Mankos des Basistarifs ausgleichen
- Finito totale: Wo auch B2B-Apps nicht mehr weiterhelfen
- Das große Fazit: B2B mit Shopify-Bordmitteln ist machbar, wenn…
- FAQ: Native B2B-Funktionen von Shopify
Großhandel auf Shopify: Was die Plattform dir heute bietet
Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick darüber, welche B2B-Features inzwischen auch in den kleinen Tarifen verfügbar sind:
Unternehmen und Kund:innen
Kundenkonten lassen sich nicht nur für natürliche Personen, sondern auch für Unternehmen anlegen. Bei dir kauft also nicht mehr Peter Müller, sondern die Müller Großhandels KG. Außerdem hast du die Möglichkeit, deine Unternehmenskunden in Standorte aufzusplitten und ihnen unterschiedliche Berechtigungen zuzuweisen: Die Müller Großhandels KG mit Sitz in Westfalen darf all deine Produkte kaufen, die Müller Großhandels KG aus München bekommt nur deine Ladenhüter zu sehen, weil du den FC Bayern nicht leiden kannst.Kataloge und Produkte
Für deinen B2B-Store kannst du in den kleinen Shopify-Plänen drei unterschiedliche Kataloge mit individuellen Preisen und Artikeln anlegen – also zum Beispiel für deine A-, B- und C-Kundschaft. Unterstützt werden außerdem Mengenrabatte, sowie Mindest- und Maximalbestellmengen.Zahlungen
Zahlungsbedingungen lassen sich sowohl in brutto als auch in netto kommunizieren. Deine Kundschaft hat die Möglichkeit, eine Kreditkarte zu hinterlegen, um nicht bei jeder Bestellung ihre Informationen eintippen zu müssen. Kommt es zum Zahlungsverzug, können automatisch Zahlungserinnerungen verschickt werden.Checkout
Am Checkout hast du die Möglichkeit, eine Bestellung erst zur Zahlung freizugeben, nachdem du sie überprüft hast. Aus dem Bestellentwurf wird anschließend automatisch eine Rechnung erzeugt. Wiederbesteller, die immer das Gleiche ordern, können ihre Nachbestellung außerdem in nur wenigen Klicks aufgeben.Storefront
Im Shopify Theme Store findest du jetzt sogenannte Trade-Themes – also Designvorlagen, die speziell auf den Großhandel zugeschnitten sind. Ihr auffälligstes Merkmal ist, dass sie über Schnellbestelllisten verfügen. Schließlich möchten erfahrene Großhändler:innen sich nicht jedes Mal einzeln durch sämtliche Produktseiten klicken müssen.Ergänzende B2B-Funktionen
Zuletzt wurde die No-Code-Automatisierung Shopify Flow um B2B-Objekte ergänzt. Damit können etwa Trigger erzeugt werden, die automatisch eine E-Mail verschicken („Danke für Ihre Bestellung“), Tags gesetzt werden („Kunde zahlt unpünktlich“) oder sogar ganze Konten löschen („Hat seit einem Jahr nicht mehr eingekauft“).
Ende Gelände: Wo die nativen Shopify-B2B-Funktionen an ihre Grenzen kommen
Das klingt doch alles schon ziemlich vielversprechend, oder? In der Theorie auf jeden Fall, in der Praxis hat das native Shopify-Setup allerdings ein paar Schwachstellen. Nämlich:
Nur drei Kundengruppen
Drei Kundengruppen sind im Großhandel nur selten ausreichend, denn hier wird oft mit individuellen Konditionen und Preisabsprachen gearbeitet. Wenn die Rewe Großhandels AG bei dir anruft und sagt, dass sie deine Müsliriegel gerne deutschlandweit in allen Filialen anbieten möchte, willst du nicht antworten: „Okay, aber ich kann euch höchstens in meine Kiosk-Kundengruppe stecken. Was Besseres habe ich nicht.“Keine Internationalisierung
Shopify denkt B2B bislang vor allem kontinental-amerikanisch und bekanntlich besteht der Norden des Kontinents aus gerade einmal zwei Ländern, die sich auch noch eine Sprache teilen (sorry, Québec). In unseren Breiten sieht das natürlich komplett anders aus; allein im Schengenraum existieren 24 verschiedene Sprachen und elf unterschiedliche Währungen. Ohne Umsatzsteuer-ID-Prüfung geht in Europa gar nichts. Und da der B2B-Handel selten national bleibt, wird daraus schnell ein ProblemTrennung zwischen B2B und B2C nicht immer klar
Der Weg, über den sich Großhändler in deinem Store anmelden, sieht in der Regel so aus: Im Menü existiert ein Punkt, der „Großhandel“ oder ähnlich heißt. Ein Klick darauf führt zur Registrierung, respektive zum Händlerkatalog, wenn jemand bereits ein B2B-Konto bei dir besitzt. Das ist nicht immer optimal.Denn du kannst darauf wetten, dass sich unbedarfte Nutzer:innen in den B2B-Bereich verirren und nicht mehr in den Store zurückfinden. Für Bots und Scammer ist so ein offener Zugang außerdem ein gefundenes Fressen, während echte Großhändler:innen womöglich gar nicht auf die Idee kommen, sich über deinen B2C-Store für den B2B-Bereich anzumelden. Deutlich besser wäre es, wenn die Großhandelszone von vornherein nur für registrierte User:innen sichtbar wäre.
Einfacher Workaround: Mit Shopify Apps die Mankos des Basistarifs ausgleichen
Nochmal alles auf den Punkt gebracht: Shopify hat den B2B-Handel in den kleinen Tarifen zwar ordentlich aufgebohrt, aber dabei (noch) nicht alles bis zum Ende durchdacht. Allerdings war dieser Umstand noch nie ein großes Problem, denn genau dafür gibt es ja den Shopify App Store. Allein die Suche nach dem Stichwort „B2B“ liefert 31 Seiten mit Ergebnissen.Apps werden immer dann interessant, wenn die Shopify-Bordmittel nicht mehr ausreichen – und als Beispiel dafür, wie du deinen B2B-Store mithilfe so eines kleinen Softwarepakets optimieren kannst, haben wir uns einmal die Eshop Guide B2B Europe-App herausgegriffen.
Das Programm setzt genau dort an, wo der native Shopify-B2B an seine Grenzen kommt:
Unbegrenzt viele Kundengruppen
Zunächst wird die Anzahl der Kundengruppen aufgestockt: von drei auf beliebig viele. So kannst du individuelle Preisabsprachen frei abbilden und deinen Katalog segmentieren: Der Retailer aus Dortmund sieht die Pudelmützen in Gelb, der aus Herne-West die in Königsblau und der Laden aus Wolfsburg bekommt zu jeder Kopfbedeckung ein Trostpflaster mitgeliefert.Aber Spaß beiseite: Individuelle Preise werden im Großhandel erwartet und Profihändler:innen haben keine Lust, sich durch deinen gesamten Katalog zu klicken; sie wollen nur sehen, was für sie von Interesse ist. Je weiter dein Business wächst, desto wichtiger wird eine Differenzierung deiner Kundschaft.
Ausgelegt auf Europa
Das „Europe“ trägt die App nicht umsonst im Namen, denn hier ist alles für den grenzüberschreitenden Handel auf unserem Kontinent vorbereitet. VAT-IDs werden automatisch überprüft, Versandkosten lassen sich nach Zielmärkten aufsplitten, Steuern werden je nach Land unterschiedlich berechnet.Die Internationalisierung wird so zwar nicht zum Selbstläufer – die App gibt es auf Deutsch und Englisch und beides sprechen unsere Nachbar:innen in Frankreich ja angeblich nicht so gerne – aber immerhin deutlich einfacher. Wenn also ungefragt die ersten Bestellungen aus dem Ausland bei dir eintrudeln, bist du vorbereitet.
Bessere Trennung zwischen B2B und B2C
Die Registrierung für den B2B-Bereich erfolgt über ein Formular, das Großhändler:innen bei dir anfragen können. Nach einer Überprüfung aller Angaben gibst du ihren Zugang frei und sendest ihnen ihr persönliches Passwort zu. Erst jetzt wird der Zugang zum B2B-Bereich für sie sichtbar.Dieses Vorgehen hat gleich zwei Vorteile: Erstens ist es sicherer, denn wenn deine Großkundschaft dich zunächst persönlich kontaktieren muss, haben Bots keine Chance mehr. Zweitens vermeidest du Support-Anfragen verwirrter Digital Immigrants, die sich irgendwie in deinen B2B-Bereich verirrt haben und nicht mehr herausfinden.
Case Studies zum Thema: Du willst wissen, wie Unternehmen die B2B-App erfolgreich einsetzen? Dann lies unsere Case Studies mit Matchasome aus Berlin oder dem Schokoladenmuseum aus Hamburg.
Finito totale: Wo auch B2B-Apps nicht mehr weiterhelfen
Ergo: Durch Apps lassen sich die größten Schwachstellen der nativen Shopify-B2B-Funktionen sehr leicht aus dem Weg räumen. Braucht da überhaupt noch jemand Shopify Plus? Tatsächlich ja, nämlich immer dann, wenn es komplex wird. Was nur im Profitarif funktioniert, ist zum Beispiel:- Umfassende Anpassungen am Checkout: Anzahlungen, Abschlagszahlungen, Teilrechnungen, Teillieferungen … all das funktioniert nur, indem der Checkout modifiziert wird – und Checkoutmodifikationen sind in den kleinen Shopify-Plänen immer noch weitgehend tabu.
- Verworrene Preisstrukturen: Kundensegmente erlauben zwar individuelle Preise, aber keine verschnörkelten Bedingungen in der Form von: Wenn Firma A bei dir 2.000 Artikel der Sorte B kauft, wird in derselben Bestellung Artikel C um 10 Prozent günstiger. Solche und ähnliche Sperenzchen sind zwar nicht die Norm, aber auch nicht total ungewöhnlich.
- Komplexe Produkte: Denke hier Richtung Produktkonfiguratoren im Industriebereich, oder auch den Autokauf, bei dem du den von außen verstellbaren Innenspiegel als Extra dazubuchen kannst, wenn du jeden Monat eine Abogebühr dafür zahlst. In den kleinen Shopify-Tarifen funktioniert der Einkauf nur über Menge, Meter und eventuell auch über Gewicht – komplizierter darf es nicht werden.
- Weltumspannende Handelsnetzwerke: Wenn du dich irgendwann zum Global Player aufgeschwungen hast, reicht selbst Shopify Plus alleine nicht mehr aus. Shopify wird dann zur Storefront, im Hintergrund arbeitet ein mächtiges ERP – aber das ist eine andere Geschichte.
Das große Fazit: B2B mit Shopify-Bordmitteln ist machbar, wenn…
Fassen wir noch einmal alles zusammen:Shopify hat die B2B-Kapabilitäten in den Plänen Basic, Growth und Advanced kräftig aufgestockt. Inzwischen ist dort Großhandel auf einem Level machbar, für den es zuvor unbedingt Shopify Plus gebraucht hätte. Einziges Manko: Das Angebot ist nicht perfekt auf den europäischen Markt zugeschnitten. Aber genau an dieser Stelle setzen Apps an, die einen Store unkompliziert um wichtige Funktionen erweitern.
Möchtest du mehr zu deinen Möglichkeiten rund um die B2B Europe App erfahren, führt dein Weg dich jetzt in diese Richtung. Solltest du noch unsicher sein, ob sich B2B und B2C in deinem Shop überhaupt miteinander kombinieren lassen, dann schreib uns einfach und wir helfen dir gerne weiter.
Denn immerhin waren wir schon mit dabei, als Shopify selbst noch ein Nischenprodukt war und die Sache mit Qualität, Authentizität und Nahbarkeit haben wir bis heute nicht vergessen.
FAQ: Native B2B-Funktionen von Shopify
Kann ich mit Shopify B2B verkaufen, ohne Shopify Plus zu nutzen?
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Ja. Seit den Erweiterungen der B2B-Funktionen in den Tarifen Basic, Growth und Advanced lassen sich viele Großhandelsanforderungen bereits ohne Shopify Plus abbilden; etwa individuelle Kataloge, Unternehmenskonten, Mengenrabatte oder Freigabeprozesse im Checkout.
Für welche Unternehmen reichen die nativen Shopify-B2B-Funktionen aus?
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Sie eignen sich besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, die erste B2B-Kund:innen bedienen möchten und keine hochkomplexen Preisstrukturen oder individuellen Einkaufsprozesse benötigen.
Wo stoßen die nativen B2B-Funktionen von Shopify an ihre Grenzen?
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Herausfordernd wird es bei vielen individuellen Kundengruppen, internationalem Handel innerhalb Europas, einer klaren Trennung zwischen B2B- und B2C-Bereich sowie bei komplexen Preis- und Checkout-Szenarien.
Lassen sich die Einschränkungen der Standardfunktionen durch Apps ausgleichen?
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In vielen Fällen ja. Spezialisierte B2B-Apps können zusätzliche Kundengruppen, VAT-ID-Prüfungen, europäische Steuerlogiken oder geschützte Händlerbereiche ergänzen und so die größten Lücken schließen.
Wann ist Shopify Plus trotzdem die bessere Wahl?
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Wenn Unternehmen komplexe Checkout-Prozesse, individuelle Preislogiken, umfangreiche Produktkonfigurationen oder internationale B2B-Strukturen mit besonderen Anforderungen benötigen, bietet Shopify Plus deutlich mehr Möglichkeiten zur Anpassung und Skalierung.

