Und dann kamen Rock und Punk. Plötzlich reichten eine Garage, ein paar Instrumente und eine ordentliche Portion Kreativität, um sichtbar zu werden. Musik wurde schneller, unmittelbarer, deutlich näher am Publikum. Die Spielregeln wurden komplett auf den Kopf gestellt.
Genauso verhält es sich im E-Commerce: Lange dominierten hier monolithische Systeme wie SAP Commerce, gebaut für große Unternehmen, komplizierte Prozesse und komplex verwobene Strukturen. Aber das spiegelt nicht mehr die Realität im Business wider. Marken wollen agil sein, ihre Kundschaft direkt erreichen, schnell neue Ideen testen – und genau hier kommt Shopify ins Spiel.
In diesem Beitrag gehen wir daher in den Vergleich: Wie schlägt sich Shopify gegen die SAP Commerce Cloud (vormals SAP-Hybris)? Wo liegen die Vor- und Nachteile der beiden Systeme? Und für welche Art von Unternehmen eignet sich welche Lösung? Für Faktensicherheit und die nötige Neutralität sorgt dabei unser Blog-Gast und Strix DE CTO Yann Karl.
Steigen wir ins Thema ein:
Diese Themen findest du im Folgenden:
- SAP Commerce Cloud vs. Shopify, a.k.a. Best of Suite vs. Best of Breed
- Systemfrage: Für welches Unternehmen kommt welche Lösung in Betracht?
- #1 Kosten & Budgetierung
- #2 Setup & Integration
- #3 Anpassungen & Individualisierungen
- #4 Wartung & Betrieb
- #5 Time to Market
- Gegenargumente: Wann SAP Commerce Cloud trotzdem sinnvoll ist
- Entscheidungshilfe: Die vier größten Fehler bei der Wahl
- SAP Commerce Cloud vs. Shopify: Wir nehmen dich mit
- FAQ – Häufige Fragen zu Shopify vs. SAP Commerce Cloud
SAP Commerce Cloud vs. Shopify, a.k.a. Best of Suite vs. Best of Breed
Grundlegend für diesen Beitrag ist zunächst Folgendes: Wir vergleichen hier nicht nur zwei unterschiedliche Software-Systeme, sondern zwei Architekturansätze – Best of Suite und Best of Breed.Dabei bedeutet Best of Suite, dass du dein gesamtes Software-Ökosystem von einem einzigen Anbieter erhältst. SAP Commerce ist nur ein einzelner Baustein einer kompletten SAP-Landschaft. Jedes weitere Modul deines Set-ups – also etwa Finanzen und Controlling, Beschaffung und Logistik oder Analytics und Reporting – stammt ebenfalls von SAP.
Best of Breed dagegen bedeutet, dass du dir aus den Tools der unterschiedlichsten Anbieter die für dich beste Lösung raussuchst und alles zu einem funktionierenden Ökosystem zusammenschweißt. Dein Store läuft auf Shopify, deine Buchhaltung erledigst du mit Lexware, dein Marketing läuft über Klaviyo. Gesteuert und kontrolliert wird so ein Setup über APIs und Middleware.
Um dir die beiden Systeme weiterhin kurz vorzustellen:
Das ist SAP Commerce Cloud
SAP Commerce Cloud, früher bekannt als SAP Hybris, stammt aus dem Jahr 1997, wurde 2013 von SAP übernommen und hat sich seitdem zu einer umfassenden Enterprise-Lösung entwickelt. Es unterstützt komplexe Produktkataloge, internationale Preisstrukturen, Auftragsmanagement sowie die Integration in ERP-, CRM- und Supply-Chain-Systeme.Das ist Shopify
Die Plattform wurde 2006 in Kanada gegründet und hat sich von einer kleinen Shop-Lösung für Einzelhändler zu einem globalen SaaS-Ökosystem entwickelt. Updates und Infrastruktur werden automatisch bereitgestellt, eine Vielzahl von Apps und Integrationen ermöglichen es, Stores flexibel zu gestalten und um neue Features zu erweitern.Systemfrage: Für welches Unternehmen kommt welche Lösung in Betracht?
So weit, so klar: Als Unternehmen stehst du also vor der Frage, ob du deinen Onlinestore lieber im Best-of-Suite mit SAP oder im Best-of-Breed mit Shopify aufziehen solltest. Allerdings müssen wir diese Darstellung ein wenig spezifizieren, denn: Kein Business der Welt startet aus dem Nichts heraus mit SAP.Die Realität sieht eher so aus: Ein Unternehmen nutzt bereits seit vielen Jahren Komponenten von SAP – meist als ERP – und steht nun vor der Frage, ob der Onlineshop über die SAP Commerce Cloud laufen soll oder doch besser auf Shopify basiert und via Middleware an das bereits bestehende Ökosystem angeschlossen wird.
Dabei kann es sich sowohl um ein Relaunch-/Migrationsszenario als auch um eine komplette Neugründung handeln. Und falls du jetzt denkst: „Neugründung? Gibt es überhaupt noch Unternehmen, die keinen eigenen Onlinestore haben?“, antworten wir: Die gibt es tatsächlich und oft sind es die großen Marken.
Denn für lange Zeit haben namhafte Brands vor allem auf Retailer gesetzt und den D2C ihren Partnern überlassen. Erst seit ein paar Jahren reift die Erkenntnis, dass die Margen dicker sind und sich das Markenerlebnis deutlich besser steuern lässt, wenn man das Zepter selbst in der Hand behält.
„SAP Commerce ist selten die erste bewusste Entscheidung für den Shop. Meist ist es die logische Konsequenz aus einer bestehenden SAP-Landschaft.“ - Yann Karl, CTO bei Strix DEDie gängige Situation ist also: SAP ist in der Regel bereits da, und bei der Wahl zwischen Best of Suite und Best of Breed handelt es sich um eine strategische Entscheidung, mit der die Weichen Richtung Zukunft gestellt werden. Alle nun folgenden Entscheidungskriterien laufen daher auch unter genau diesem Gesichtspunkt.
#1 Kosten & Budgetierung
SAP ist eine Enterprise-Lösung und besitzt damit auch einen entsprechenden Preis. Shopify Plus dagegen wird zwar auch von großen Brands eingesetzt, verliert seine SaaS-Wurzeln aber trotzdem nicht aus dem Blick – ist also deutlich günstiger.Die TCO in der groben Übersicht:
Dennoch sind die frappierenden Unterschiede zwischen den Kostenpositionen teils überraschend. Warum Setup, Integration und Betrieb bei SAP Commerce so viel teurer sind als bei Shopify, wird in den nächsten Entscheidungskriterien deutlich.
#2 Setup & Integration
Betrachten wir zunächst das Setup. Der Gedanke liegt nahe, dass das SAP-Commerce-Modul sich relativ umstandslos in eine bestehende SAP-Landschaft integrieren lässt. Schließlich ist es doch nur ein weiterer Baustein und eigentlich sollte es doch einfach Klick machen, oder?Tatsächlich nicht. In der Praxis verhält es sich eher so, als würdest du versuchen, Lego Duplo mit Lego Technik zu kombinieren. Denn da wäre zunächst die Tatsache, dass SAP Commerce keine Hausentwicklung ist, sondern von SAP eingekauft wurde. Eine Integration in das SAP-Ökosystem wurde also nicht von Anfang an mitentwickelt, sondern aufgepfropft.
Dazu gesellt sich der Umstand, dass ein bestehender SAP-Stack oft einem Flickenteppich gleicht. Häufig läuft die Software schon seit Jahrzehnten in einem Unternehmen, wurde an die eigenen Bedürfnisse angepasst und umgeschrieben – nicht selten von Mitarbeitenden, die gar nicht mehr im Betrieb tätig sind.
Das Commerce-Modul zu implementieren ist also nicht einfach ein Klick auf den Aktivieren-Button, sondern ein aufwendiges Projekt, das nicht nur viel Geld verschlingt, sondern auch Zeit kostet.
Ein Shopify Store lässt sich selbst mit hohen Custom-Anforderungen innerhalb weniger Wochen aufsetzen. Da die Plattform von Anfang an unter der Prämisse API-first entwickelt wurde, ist die Anbindung externer Software meist umstandslos und mithilfe einer Low-Code-Lösung möglich. Apps und Themes folgen einem fest vorgeschriebenen Framework, das dafür sorgt, dass sie sich nahtlos in das Ökosystem eines Stores integrieren.
Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern erlaubt auch ein hohes Maß an Flexibilität: Wenn eine App mal nicht den Vorstellungen der User:innen entsprechen sollte, lässt sie sich genauso schnell deinstallieren wie ein Programm auf dem Smartphone.
#3 Anpassungen & Individualisierungen
Ganz ähnlich verhält es sich mit Anpassungen innerhalb eines bestehenden Stores. Die PDPs sollen um 3D-Produktbilder ergänzt werden? Zu Halloween soll der Shop in Schwarz und Orange gehalten werden? Ein Flash Sale will organisiert sein, weil – Promi sei Dank – ein Artikel gerade läuft wie geschnitten Brot?In SAP Commerce wird daraus gleich wieder ein Projekt. Innerhalb des Ökosystems existieren zu viele Übergabe- und Integrationspunkte, um einfach mal schnell eine Idee in die Tat umzusetzen. Wird der Store modifiziert, ist womöglich auch das Modul für die Buchhaltung oder die Lagerlogistik betroffen – und dort hat man bestimmt keine Lust auf schwarzorangene Kürbisse in der Menüleiste.
In der Folge ergeben sich daraus nicht nur Architekturprüfungen und mehrstufige Testings, sondern eine ganze Reihe von Stakeholdern, die in jede einzelne Entscheidung involviert werden müssen. Das treibt die Kosten und verbraucht wertvolle Zeit.
„Änderungen in SAP Commerce sind selten ein schneller Handgriff. Sie folgen klaren Prozessen, Abstimmungen und Tests. Das sorgt für Stabilität, aber steht im starken Kontrast zu der Geschwindigkeit, mit der sich in Shopify neue Features per App ausrollen lassen.“ - Yann Karl, CTO bei Strix DEAuf Shopify reicht dagegen meist der kurze Blick in den App Store, um eine neue Idee in die Tat umzusetzen. Abhängigkeiten zwischen einzelnen Komponenten ergeben sich nur selten, und wenn doch, dann werden sie durch eine zentrale Middleware gesteuert. Solange dort nichts angepasst wird, entsteht auch kein systemweiter Flächenbrand.
Wenn das Marketingteam also gerne die aktuellen Instagram-Storys direkt auf den PDPs anzeigen möchte, kann es diese Idee umsetzen, ohne dabei Finance oder Fulfillment belästigen zu müssen. Ideen lassen sich in Eigenregie oder nach kurzer Absprache mit der IT umsetzen. Und apropos IT …
#4 Wartung & Betrieb
Die vorangegangenen Punkte lassen es bereits ahnen: Ein Store auf SAP Commerce benötigt fundiertes Fachwissen im Haus – meist in der Form einer eigenen IT-Abteilung, die auf das System spezialisiert ist.Zu finden ist eine solche Fachtruppe allerdings in den wenigsten Unternehmen, denn wie geht die Story noch gleich? Wenn alles glattläuft, fragt sich Finance, wofür man denn überhaupt eine eigene IT-Abteilung hat – und wenn alles schiefgeht, fragt sich Finance, wofür man denn überhaupt eine eigene IT-Abteilung hat. Soll heißen: Die IT besteht meist aus einer Rumpfmannschaft, die es gerade so schafft, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Rest wurde wegrationalisiert.
Infolge werden daher oft externe Dienstleister mit ins Boot geholt. Und die haben als SAP-Spezialist:innen nicht nur ihren gehörigen Preis – vor allem werden so Abhängigkeiten erzeugt, die Innovationen ausbremsen und ein Unternehmen lähmen können. Der SAP-Guru ist gerade im Sabbatical? Pech gehabt …
„Mit SAP Commerce kaufst du dir nicht nur ein System ein, sondern oft auch eine dauerhafte Abhängigkeit von externen Spezialisten – und die sind nicht immer dann verfügbar, wenn du sie gerade brauchst.“ - Yann Karl, CTO bei Strix DEShopify dagegen ist aufgrund seiner Ursprünge als Shopsystem für kleinere Unternehmen so einfach gehalten, dass eine Fachabteilung sich oft selbst helfen kann – oder mit ein wenig Troubleshooting durch Profis ins Ziel kommt.
Denn natürlich existieren auch auf Shopify zahlreiche Herausforderungen, bei deren Lösung IT-Kenntnisse nötig werden. Aber: Dank Low Code und klarer API-Strukturen braucht es dafür keine komischen Gestalten, die schon am Frühstückstisch das SAP-Handbuch lesen, sondern einfach gestandene Informatiker:innen.
Kosten werden so gedeckelt und Abhängigkeiten vermieden. Aber vor allem: Wo Lösungen vergleichsweise günstig zu haben und schnell umzusetzen sind, bleibt wieder Zeit für neue Ideen, wirksame Innovationen und kreativen Output – also genau das, was einer Brand ihr Alleinstellungsmerkmal und damit jede Menge Umsatz beschert.
#5 Time to Market
All diese Punkte kulminieren in dem Aspekt, der in der schnelllebigen Internetwelt oft der alles entscheidende Faktor ist: die Time to Market. Nicht nur für den Launch des Stores selbst, sondern auch für jede einzelne Marketingmaßnahme und jede neue Idee. Wenn Kylie Jenner Mintgrün zur Farbe des Sommers erklärt, hast du keine acht Wochen Zeit, deinen Mint-Store ins Netz zu stellen. Selbst acht Tage werden jetzt schon knapp.Wir haben gesehen: So viel Flexibilität lässt SAP Commerce nicht zu. Dabei spielt natürlich die Technik eine Rolle, aber vor allem sind es Strukturen und Abstimmungsaufwand, die Zeit kosten – und natürlich ist der SAP-Heini immer noch im Urlaub.
„Der eigentliche Unterschied zwischen SAP und Shopify zeigt sich nicht im Feature-Vergleich, sondern im Alltag. Die Frage ist: Wie lange dauert es von der Idee bis zur Umsetzung? Wenn dafür mehrere Abteilungen, Abstimmungen und Freigaben nötig sind, verliert man im Zweifel genau die Zeit, die im Markt den Unterschied macht.“ - Yann Karl, CTO bei Strix DEAuf Shopify dagegen ist alles auf den schnellen Launch eines neuen Stores vorbereitet. Dabei kann es sich einfach um eine neue Instanz eines bereits bestehenden Shops handeln, in der einfach der Produktkatalog angepasst wird. Einen Store mit derselben Funktionalität, aber einem völlig neuen Look & Feel oder einem Auftritt im Ausland.
Auf Trends kann also entsprechend rasch reagiert werden – ein Muss für schnelldrehende Branchen wie Fashion, Beauty und Lifestyle. Aber auch nicht zu unterschätzen für unzählige weitere Geschäftsmodelle. Denke etwa an die Hypes um Dubai-Schokolade, Thermobecher oder Blind Boxes mit hässlichen Figürchen. Ein Trend kann jederzeit und überall zuschlagen, aber mit Shopify ist das kein großes Problem.
Gegenargumente: Wann SAP Commerce Cloud trotzdem sinnvoll ist
Bislang klingt es so, als sei SAP Commerce Cloud ein Auslaufmodell und Shopify die einzig logische Wahl. Trotzdem setzen viele Unternehmen weiterhin auf SAP – und zwar aus guten Gründen:Investitionssicherheit
SAP arbeitet traditionell mit langfristigen Lizenzmodellen. Wer geschickt verhandelt, sichert sich über Jahre hinweg stabile Konditionen – inklusive Planungssicherheit für Budgets und IT-Roadmaps. Das freut natürlich den CFO. Shopify arbeitet vollkommen anders: monatliches Abo, flexibel kündbar, aber eben auch ohne Preisgarantie auf lange Sicht. Man kann also argumentieren: Wer heute auf Shopify baut, wettet ein Stück weit auf die Zukunft des Preismodells.Allerdings gehört genau dieses Spiel zum SaaS-Prinzip. Plattformen wachsen, gewinnen Marktanteile und optimieren erst später ihre Monetarisierung. Shopify ist aktuell immer noch stark im Ausbau, etwa im B2B-Bereich oder im internationalen Handel. Bis dort jemand ernsthaft an der Preisschraube dreht, dürfte noch Zeit vergehen.
Compliance
Gerade in regulierten Branchen spielt das Thema Datenhoheit eine große Rolle. SAP Commerce lässt sich tief in bestehende Systemlandschaften integrieren und kann – je nach Setup – komplett innerhalb kontrollierter Infrastrukturen betrieben werden.Shopify verfolgt einen klaren Cloud-Ansatz. Daten liegen nicht im eigenen Serverraum, sondern in der Plattform. Für manche Unternehmen ist das ein Ausschlusskriterium.
Dabei sollte aber nicht vergessen werden: Shopify operiert aus Kanada und erfüllt auch im europäischen Kontext alle gängigen Datenschutzanforderungen. Die größten Risiken entstehen nicht durch die Plattform selbst, sondern durch Drittanbieter-Apps. Mit der richtigen Auswahl und Erfahrung lässt sich das aber gut steuern.
SAP als gewachsenes System
Wie eingangs bereits erwähnt, sind Unternehmen oft gar nicht auf der Suche nach einem komplett neuen Shopsystem, sondern betreiben seit Jahren eine komplexe Systemlandschaft, in der SAP eine zentrale Rolle spielt. Prozesse sind eingespielt, Schnittstellen gebaut, individuelle Lösungen gewachsen.In so einem Umfeld ist ein Wechsel kein einfacher Relaunch, sondern eine Operation am offenen Herzen des Unternehmens – und solange alles funktioniert, stellt sich die Frage: Warum überhaupt etwas verändern?
Dabei lautet die Gegenperspektive: Märkte verändern sich schneller als Systeme. Gerade im digitalen Handel entstehen neue Anforderungen oft nicht über Jahre, sondern innerhalb von Wochen. Wer darauf reagieren will, braucht Geschwindigkeit, nicht nur Stabilität.
Unterschiedliche Anforderungen im Alltag
Zuletzt gibt es Geschäftsmodelle, die seit Jahren stabil laufen, weil sie genau das liefern, was gebraucht wird: einfache Bestellungen, vertraute Prozesse, stabile Verlässlichkeit. Gerade im B2B-Bereich wird oft weniger Wert auf Experience gelegt als auf Funktion.Aber auch hier passiert etwas. Neue Entscheider:innen bringen andere Erwartungen mit. Interfaces, die sich anfühlen wie aus einer anderen Zeit, verlieren an Akzeptanz. Und plötzlich wird selbst im Großhandel relevant, was im B2C längst Standard ist. Wer da nicht rechtzeitig reagiert, wird von der Zeit überrollt.
Entscheidungshilfe: Die vier größten Fehler bei der Wahl zwischen SAP Commerce Cloud und Shopify
Um dir den Entscheidungsprozess möglichst einfach zu machen, möchten wir dir abschließend vier Denkfehler präsentieren, die nicht nur folgenschwer sind, sondern auch teuer werden können:1. Komplexität einfach mitnehmen
Bestehende SAP-Logiken werden oft eins zu eins ins Commerce-System übertragen. Was intern über Jahre gewachsen ist, wird auch zum Maßstab für den Shop. Das Problem dabei: Nicht alles, was im ERP Sinn ergibt, gehört auch ins Frontend. Denn so werden Prozesse oft unnötig kompliziert, die Time-to-Market leidet und am Ende steht ein System, das zwar alles kann, aber nichts davon richtig gut oder schnell. Weniger wäre hier oft mehr.2. Die IT entscheidet – das Business schaut zu
Natürlich muss die IT mit ins Boot. Aber wenn sie allein entscheidet, wird es schwierig. Denn jetzt gewinnt meist das System, das am wenigsten Veränderung bedeutet, und nicht das, welches am meisten Potenzial bietet. Das ist zwar verständlich, denn niemand reißt gerne funktionierende Strukturen ein. Aber Commerce ist kein reines IT-Thema. Wer verkaufen will, sollte auch die mitentscheiden lassen, die verkaufen müssen. Daraus folgt direkt:3. Hauptsache leistungsfähig – egal, wer es bedienen soll
Ein System kann noch so mächtig sein, wenn es im Alltag niemand bedienen kann, bringt das nichts. Denn gerade im E-Commerce arbeiten nicht nur Entwickler:innen, sondern auch Marketing, Content und Vertrieb mit der Plattform. Wenn nun jede noch so kleine Änderung ein Ticket erzeugt, wird aus Flexibilität schnell Stillstand. Best-of-Suite klingt auf dem Papier oft gut, aber in der Praxis zählt oft etwas anderes: Wie schnell komme ich von der Idee zur Umsetzung?
4. Integration als Einbahnstraße denken
Viele Integrationen werden so gebaut, als würde das System für immer bleiben. Punkt-zu-Punkt, individuell, tief verankert. Das funktioniert in der Regel bis zum nächsten Plattformwechsel. Dann wird es teuer. Besser ist ein Setup, das Veränderungen mitdenkt: saubere Schnittstellen, lose Kopplung, klare Verantwortlichkeiten. Denn die Frage ist nicht, ob sich Systeme verändern, sondern wann. Je agnostischer dein Setup, desto besser bist du für die Zukunft gewappnet.„Ein sauber gebauter, agnostischer Integrationslayer sorgt dafür, dass das ERP stabil weiterläuft, während du im Commerce die Freiheit behältst, die Plattform jederzeit zu wechseln.“ - Yann Karl, CTO bei Strix DE
SAP Commerce Cloud vs. Shopify: Wir nehmen dich mit
Wenn deine Entscheidung dann auf Shopify fällt, führt dein Weg dich am besten zu uns. Denn bei Eshop Guide findest du die Profis, die deinen neuen Store nahtlos in deinen Software-Stack integrieren – mit oder ohne SAP.Wenn du bereits einen Store auf Shopify dein Eigen nennst, aber es an allen Ecken und Enden hakt und klemmt, dann schreibst du am besten unserer Mannschaft für den Relaunch. Sollte dein Business sich dagegen in einem anderen System befinden und du möchtest zu Shopify wechseln, dann ist unser Team für die Migration dein Ansprechpartner.
Für alle Musikfans da draußen haben wir außerdem noch das: Neben der Entwicklung von Best of Breed und Best of Suite gibt es heute ja auch noch Vibe Coding. Also, wenn ein Ahnungsloser sich von der KI Codeschnipsel ausspucken lässt und sich für Alan Turing hält – mit der Folge, dass echte ITler den Schrott am Ende ausbaden müssen. Im musikalischen Sinn ist das die Zwölftonmusik. Die kennst du nicht? Dann hör mal rein und du weißt, was wir meinen …
FAQ – Häufige Fragen zu Shopify vs. SAP Commerce Cloud
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Shopify und SAP Commerce Cloud?
-
Der größte Unterschied liegt weniger in der Software selbst als im Ansatz dahinter: SAP Commerce ist Teil eines umfassenden Enterprise-Ökosystems, während Shopify als flexible, modulare Plattform gedacht ist. Oder anders gesagt: Hier Best of Suite, dort Best of Breed. Die Frage lautet also nicht: „Welches System?“, sondern vielmehr: „Welche Architektur passt zu meinem Business?“
Ist Shopify günstiger als SAP Commerce Cloud?
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In den meisten Fällen: ja. Vor allem bei Setup, Betrieb und Weiterentwicklung zeigen sich deutliche Unterschiede. Während SAP-Projekte schnell in die Millionen gehen können, bleibt Shopify deutlich schlanker kalkulierbar. Aber: Der Preis allein sollte nie das einzige Entscheidungskriterium sein, sonst wird es später an anderer Stelle teuer.
Kann man SAP und Shopify miteinander kombinieren?
-
Ja. Und tatsächlich ist genau das in der Praxis ein häufiger Ansatz. Viele Unternehmen behalten SAP als ERP im Hintergrund und setzen Shopify als Storefront davor. Gesteuert wird das Ganze über APIs oder Middleware. So lassen sich bestehende Prozesse nutzen, ohne auf Flexibilität im Commerce zu verzichten.
Wie aufwendig ist ein Wechsel von SAP Commerce Cloud zu Shopify?
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Weniger aufwendig, als du vielleicht denkst – aber trotzdem kein Selbstläufer. Der größte Aufwand liegt selten im Shop selbst, sondern in den bestehenden Integrationen und Prozessen. Wer hier sauber plant, einen Partner hat, der alte Meinungen auch mal challenged und nicht versucht, eingefahrene Logiken blind zu übernehmen, kann den Wechsel deutlich beschleunigen.
Ist SAP Commerce Cloud ein Auslaufmodell?
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Nein, aber es spielt seine Stärken in einem sehr spezifischen Umfeld aus. Nämlich vor allem dort, wo komplexe Prozesse, gewachsene Systemlandschaften und langfristige Stabilität im Vordergrund stehen. Gleichzeitig zeigt der Markt aber klar: Die Anforderungen im E-Commerce verändern sich. Und damit auch die Systeme, die für ihn gebaut werden.

