Shopify vs. Salesforce Commerce Cloud – Plattform-Gigant trifft auf Commerce-Sprinter

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shopify vs. salesforce commerce cloud
Miami Beach. Es ist der 25. Februar 1964. Ein junger Boxer namens Cassius Clay macht sich bereit für den Fight seines Lebens. Sein Gegner: Weltmeister Sonny Liston. Für Experten gilt Liston als unschlagbar; er ist das perfekte Gesamtpaket: Kraft, Ausdauer, Aggressivität, taktisches Kalkül. Alles, was Clay ihm entgegenzusetzen hat, sind seine Schnelligkeit und Agilität. Für die Buchmacher ist der Kampf eine ausgemachte Sache 

Warum diese Story? Weil es in diesem Beitrag auch um einen Fight geht. Wir vergleichen zwei E-Commerce-Kontrahenten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: auf der einen Seite die mächtige Salesforce Commerce Cloud aus dem Best-of-Suite-Lager und auf der anderen Seite Shopify als Vertreter des Best-of-Breed-Milieus. Am Ende des Textes sollst du in der Lage sein, eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, welches der beiden Systeme für dein Business die richtige Wahl ist.

Und falls du jetzt sagen solltest: „Als Shopify-Agentur seid ihr doch parteiisch!“, geben wir dir recht. Deshalb haben wir mit Yann Karl, seines Zeichens CTO bei Strix DE, einen neutralen Referee mit in den Ring geholt. Jede Information, die wir dir präsentieren, wurde durch ihn überprüft und für korrekt befunden.



Starten wir mit den Basics:

Salesforce vs. Shopify/Best of Suite vs. Best of Breed: Worum es geht

Falls dir die Wendungen Best of Suite respektive Best of Breed kein Begriff sind, studierst du am besten unseren Beitrag zu dem Thema. An dieser Stelle nur als kurze Erklärung:

Best of Suite steht in der IT für eine umfassende, integrierte Softwareplattform, die viele Funktionen aus einer Hand bietet. Als E-Commerce-Lösung bekommst du also nicht nur die Storefront, sondern zum Beispiel auch PIM, WaWi und Marketing-Tools von ein und demselben Hersteller.

Best of Breed setzt dagegen auf einen Technologie-Stack aus vielen spezialisierten Lösungen. Dein Shopsystem ist der Nukleus, an den die unterschiedlichsten Tools angedockt werden. APIs und/oder eine Middleware führen alles zusammen und sorgen für eine reibungslose Kommunikation innerhalb der Systemlandschaft.

Aus diesen beiden Kategorien sind unsere Duellanten:

Salesforce Commerce Cloud

Salesforce Commerce ist der Name der E-Commerce-Lösung von Salesforce – verfügbar seit 2016 als Weiterentwicklung der Demandware-Plattform. Sie unterstützt sowohl B2C- als auch B2B-Shops und kann mehrere Länder, Sprachen und Währungen abbilden.

Salesforce Commerce setzt dabei auf eine cloudbasierte Architektur. Die Plattform bietet Standardmodule für Produktkatalogmanagement, Bestandsverwaltung, Personalisierung und Marketing-Automation. Für große Kunden werden so Millionen von Produkten und Transaktionen pro Tag verarbeitet.

Shopify Plus

Shopify ist eine cloudbasierte E-Commerce-Plattform, die 2006 in Kanada gegründet wurde, aber inzwischen weltweit verfügbar ist. Die Plattform unterstützt Onlineshops für B2C und B2B, kann mehrere Verkaufskanäle (etwa Onlineshop, POS, Social Media, Marktplätze) integrieren und bietet Mehrsprachigkeit, Mehrwährungsfunktionen sowie Zahlungsabwicklung über eigene und externe Gateways.

Entwickelt wurde Shopify von Anfang an auf einer SaaS-Architektur unter der Prämisse API-first. Unternehmen sind so in der Lage, umstandslos externe Systeme wie ERP, PIM, Suchfunktionen oder Marketing-Automation in ihrem Store zu implementieren, während Shopify der zentrale Core bleibt.

Übrigens, wenn wir in diesem Zusammenhang von Shopify sprechen, meinen wir immer den Shopify Plus Tarif.

Grundsätzliches: Für welchen Business Case kommt welche Lösung infrage?

Jetzt weißt du, worum es geht, und kennst deine Möglichkeiten. Lassen wir also direkt die Frage folgen: Wenn du auf der Suche nach einer E-Commerce-Lösung für dein Business bist, solltest du dir lieber Salesforce oder Shopify genauer anschauen?

Die Antwort lautet: Die Frage ergibt so keinen Sinn. Denn wenn du gerade erst mit dem E-Commerce startest, ist Salesforce gewissermaßen raus. Die Plattform ist zu groß, zu kompliziert und vor allem zu teuer, um den Bedürfnissen eines Unternehmens, das im E‑Com ganz am Anfang steht, wirklich gerecht zu werden.

Nur für extrem wenige Use Cases – zum Beispiel bei einer B2B-Firma mit komplexen Preis- und Produktstrukturen, die vom Excel-Sheet endlich auf einen digitalen Store umsteigen will – kommt Salesforce als Einstiegssoftware überhaupt infrage.

Deutlich häufiger ist es eine Replatforming-Entscheidung: Ein Unternehmen steht vor der Wahl, seinen auslaufenden Salesforce-Vertrag zu verlängern oder zu Shopify zu wechseln. Oder auch: Ein Business spielt mit dem Gedanken, von einem Drittsystem weg zu migrieren, entweder in die Salesforce Commerce Cloud oder zu Shopify.

Lassen wir alle weiteren Informationen also unter dieser Prämisse laufen und betrachten im Folgenden die wichtigsten Entscheidungskriterien für einen Migrationsprozess.

#1: Implementierungskosten

Die Implementierungskosten umfassen sämtliche Ausgaben, die anstehen, um einen Store startklar zu machen. Dazu gehören also etwa Kosten für das technische Setup, Betatests, APIs und Middleware sowie die Schulung der Mitarbeitenden. Beachte, dass der Shop dabei noch keinen einzigen Tag wirklich läuft; das kommt gleich. Rechne für ein Mid-Market-Unternehmen mit folgenden Zahlen: Der horrende Preisunterschied bedingt sich durch mehrere Faktoren:
  • SaaS vs. Enterprise-Suite: Auf Shopify werden viele Kernfunktionen standardisiert bereitgestellt, auf Salesforce müssen sie individuell an die Prozesse eines Unternehmens angepasst werden.
  • Integrationen und Systemkomplexität: Bei Salesforce ist die Integration jeder Komponente (ERP, PIM, CRM…) ein eigenes Projekt; Vernetzungen sind komplex, Testphasen lang und aufwendig. Bei Shopify werden über APIs gezielt nur die notwendigen Systeme eingebunden; modular und skalierbar.
  • Projektstruktur: Shopify erlaubt den sogenannten MVP-Launch: Du startest schnell mit Kernfunktionen und erweiterst später. Salesforce-Projekte folgen einem klassischen Enterprise-Ansatz mit umfangreicher Analyse, Architektur und QA, was Monate dauert und die Kosten treibt.
„Viele Unternehmen unterschätzen die laufenden Kosten ihrer Systemlandschaft. Der wahre Unterschied zeigt sich nicht beim Setup, sondern im Betrieb.“ – Yann Karl, CTO bei Strix DE

#2: Time to Market (TtM)

Wenn du den vorangegangenen Abschnitt aufmerksam gelesen hast, wirst du es bereits ahnen: Salesforce Commerce Cloud ist im Setup deutlich komplexer. Dementsprechend dauert es – verglichen mit Shopify – auch wesentlich länger, bis ein Store auf dem System einsatzbereit ist. Im Durchschnitt kannst du mit folgenden Zeiten planen: Wenn die Zeit also drängt (und wann tut sie das nicht?), ist Shopify der Salesforce Commerce Cloud deutlich überlegen. Vor allem dann, wenn dein Store eine ineffiziente Katastrophe ist, die dich jeden Tag Umsatz kostet. In so einem Fall kann die Time to Market gar nicht kurz genug sein.

#3: Total Cost of Ownership (TCO)

Die Implementierungskosten sind natürlich wichtig, im Laufe eines Shoplebens aber oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Deutlich ausschlaggebender ist, was der Store im laufenden Betrieb kostet. Wenn wir dabei von Shops ausgehen, die ohne völlig ausgefallene Custom Solutions auskommen, gilt in etwa: Über die Implementierungskosten haben wir bereits gesprochen; an den Plattformkosten lässt sich nicht rütteln. Interessant ist an dieser Stelle daher, wieso sich die Ausgaben für Zusatztools und Weiterentwicklung so massiv unterscheiden.

Dabei sind die Zusatztools fast selbsterklärend: Wünschst du dir eine Funktion, die Salesforce nicht bietet, muss sie komplett neu entwickelt werden. Die IT beginnt mit einer leeren Seite und fängt an, zu programmieren. Bereits für ein einzelnes Feature werden die Kosten hier schnell fünf- bis sechsstellig.
„Das eigentliche Power-Feature von Shopify ist nicht der Core – es ist das Ökosystem. Für nahezu jede Herausforderung gibt es bereits eine Lösung, und genau das macht Geschwindigkeit überhaupt erst möglich.“ – Yann Karl, CTO bei Strix DE
Shopify spielt dagegen eine seiner größten Stärken aus: sein umfangreiches Ökosystem. Für so gut wie jede Herausforderung findet sich im hauseigenen App Store nicht nur eine Lösung, sondern gleich ein gutes Dutzend. Der Obolus für diese Programme ist in der Regel überschaubar. Unternehmen, die nur wenige Apps nutzen, zahlen für ihre Zusatztools also deutlich weniger als unsere kolportierten 3.000 EUR.

Ähnliches gilt für Weiterentwicklungen: Hält dein Marketing es etwa mit einem Mal für erstrebenswert, den Newsletter mit Klaviyo zu automatisieren, lässt sich das Tool zwar an die Salesforce anbinden, allerdings wird daraus gleich wieder ein Großprojekt.

Auf Shopify dagegen führt der Weg erneut über den App Store: Klaviyo-Connector installieren, einrichten und die monatlichen Abogebühren zahlen. Der Hauptpreistreiber sind hier nicht die Weiterentwicklungen selbst, sondern ihr Zusammenspiel. Ein paar wenige ausgewählte Programme arbeiten noch problemlos zusammen. Nimmt ihre Zahl zu – und sollen sie womöglich noch untereinander kommunizieren –, muss eine entsprechende Middleware einbezogen werden.

#4: Wartung und Updates

Updates in Salesforce Commerce Cloud und Shopify unterscheiden sich grundlegend durch ihre Architektur:

Zwar liefert Salesforce regelmäßige Releases für seine Plattform, die neue Funktionen, Sicherheitsupdates oder Bugfixes enthalten. Aufgrund der komplexen Enterprise-Architektur sowie möglicher individueller Anpassungen und Integrationen müssen diese Updates aber häufig erst in Staging-Umgebungen getestet, genehmigt und angepasst werden. Erst dann können sie live gehen. Das bedeutet: Zeit- und Ressourcenaufwand sind hoch.

Shopify hingegen nutzt eine cloudbasierte, standardisierte Plattform, bei der Updates automatisch ausgerollt werden. Neue Funktionen oder Sicherheitsanpassungen stehen sofort zur Verfügung, ohne dass aufwendige Tests oder Bearbeitungen nötig wären.

Oder auf den Punkt gebracht: Ein Salesforce-Update kann sich bis zu zwei Wochen hinziehen. Hoffentlich soll es keine Sicherheitslücke beheben oder einen Bug fixen, der den gesamten Store lahmlegt. Auf Shopify bekommst du eine freundliche Nachricht, die dich mit den neuen Funktionen bekannt macht. Alle Änderungen sind schon live.

#5: Performance:

Bei der Performance geht es weniger um die Last im Store: Sowohl Salesforce Commerce Cloud als auch Shopify geben zusätzliche Serverkapazitäten frei, wenn die Besucherzahlen im Shop in nie gekannte Höhen schnellen. Profis sagen dazu auch elastic Cloud-Scaling.

Worauf es uns ankommt, ist vielmehr die Performance der einzelnen Komponenten der Systeme: Was passiert, wenn du mit der Leistung eines Bausteins in deinem Technologie-Stack nicht zufrieden bist?

Auf Salesforce gibt es drei Möglichkeiten. Erstens: Du wartest auf ein Update des Herstellers. Aber das kann dauern. Zweitens: Du lässt die IT ran und programmierst das Modul um. Das wird teuer und frisst ebenfalls Zeit. Drittens: Du bindest doch eine externe Lösung an. Das führt natürlich zunächst den Best-of-Suite-Gedanken ad absurdum – und ist in dem geschlossenen Ökosystem außerdem extrem aufwendig.

Auf Shopify dagegen wirfst du das Modul, das dein Missfallen erregt hat, einfach raus und ersetzt es durch eine andere Lösung. Das erfordert maximal ein bisschen Arbeit in der Implementierung, aber in der Regel müssen nur die Parameter der Middleware an die neue Software angepasst werden. Das dafür benötigte Zeitbudget bewegt sich im Stundenbereich.

Oder weil wir Analogien so gerne mögen: Stell dir vor, du willst den Motor zweier ferngesteuerter Autos tauschen. Das eine ist ein fertiges Modell, das andere aus Legobausteinen. Beim Fertigauto musst du schneiden, kleben und auf das Beste hoffen. Beim Legoauto macht es ein paar Mal Klick und der neue Motor läuft.

Klarer Sieg für Shopify Plus? Mögliche Gegenargumente

Das klingt bislang so, als wäre es keine gute Idee, überhaupt auf Salesforce zu setzen. Und trotzdem gibt es viele erfolgreiche Unternehmen, die das tun. Warum machen die das? Vielleicht aus einem der folgenden Gründe:

Investitionssicherheit

Salesforce bietet Verträge mit vielen Jahren Laufzeit an. Wenn du dich bei den Verhandlungen geschickt anstellst, kannst du bis zu zehn Jahre zum Festpreis rausschlagen. Shopify dagegen verzichtet bis dato auf eine solche Langzeitbindung. Es ist also vorstellbar, auch wenn eher unwahrscheinlich, dass die Kanadier irgendwann ihre Preise saftig anziehen werden. Wer dieses Risiko scheut, geht zur Salesforce.

Dazu unser Eshop-Guide-Gedanke: Ein günstiges Angebot zu schaffen, auf das niemand mehr verzichten möchte, um bei adäquaten Nutzerzahlen den Abopreis zu vervielfachen, ist im Web durchaus üblich. Allerdings: Shopify ist immer noch massiv in der Akquisephase. Momentan werden B2B und der grenzüberschreitende Handel bespielt. Bis jemand in Ottawa auf die Idee kommt, alles teurer zu machen, kann es also noch lange dauern.

Compliance

Unternehmen, die strengen Compliance-Vorgaben unterliegen, können sich gegen die SaaS-Architektur von Shopify entscheiden. Wer weiß, wo so eine App die erhobenen Daten hinfunkt und was Kim Jong-un anschließend damit anstellt … In der hermetisch abgeschlossenen Sphäre einer Salesforce sind Informationen womöglich sicherer.

Allerdings meinen wir: Shopify selbst kommt aus Kanada und gilt im EU-Recht damit als sicheres Drittland. Jeder Store lässt sich weiterhin mit ein paar Handgriffen DSGVO-konform ausgestalten. Was die Apps betrifft, helfen dann vor allem Erfahrungswerte. Oftmals gibt es eine europäische, wenn nicht sogar eine deutsche Lösung. Du musst sie nur kennen – oder uns danach fragen.

Salesforce dagegen hat seinen Sitz in den USA, mit denen es momentan bekanntlich keinerlei Datenschutzabkommen gibt und die sich in den vergangenen Monaten auch nicht als besonders zuverlässige Partner erwiesen haben.

Salesforce als etabliertes System

Für ein Unternehmen, das seit Jahren auf Salesforce setzt, wird es sich nicht immer als sinnvoll erweisen, die Plattform zu wechseln. Wenn sich Prozesse über so lange Zeiträume eingespielt haben, etliche Custom Solutions eingeführt wurden und das System einfach funktioniert, besteht wenig Handlungsbedarf.

Könnte man zumindest annehmen, denn wir denken: Das Geschäft im Netz wird immer rasanter und individueller. Gerade in schnelllebigen Branchen wie der Modeindustrie kann es sich bezahlt machen, quasi über Nacht einen Store aus dem Boden zu stampfen, der einzig und allein eine bestimmte Produktlinie präsentiert. Cristiano Ronaldo sagt, dass Herrentangas total bequem beim Sport sind? Dann her mit dem Tangashop! So viel Flexibilität ist mit einer Best-of-Suite-Lösung nicht möglich, mit Shopify aber durchaus machbar.

Aber dann sind da natürlich noch die B2B-Stores, die sich einen feuchten Kehricht um Präsentation und Komfort scheren. Hier wurde schon seit den ersten Modems per Formular bestellt, das kann gerne auch so bleiben. Allerdings: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Der Generationenwechsel ist in vollem Gange, die Entscheider:innen in Unternehmen rekrutieren sich immer häufiger aus den Millennials – und die haben keine Lust mehr auf Formulare, Außendienstler und den Erfolgsschnaps. Wenn die also einen alternativen Anbieter entdecken, bei dem die Großbestellung so bequem funktioniert wie eine Shoppingtour im B2C, dann ist bei den ewig gestrigen Holland bald in Not.

Bleibt nur noch ein Case: Die IT, die Amok läuft, weil die Geschäftsführung mit der Idee spielt, auf eine neue Plattform zu migrieren. Unterbesetzt und unterbezahlt ist man dort ohnehin schon an den Grenzen des Machbaren und jetzt soll ein völlig anderes System eingeführt werden? Dass dort rebelliert wird, hat unser vollstes Verständnis. Unser einziges Gegenargument lautet daher: Lass deine Techis gerne mal mit unseren Nerds reden. Die sprechen nämlich dieselbe Sprache – und vielleicht überrascht dich das Ergebnis ja.

Zum Finale: Drei Fragen für deine Entscheidung Salesforce Commerce Cloud vs. Shopify Plus

Irgendwie klingt das immer noch so, als wäre Shopify in fast allen Fällen die eindeutig bessere Wahl. Um also wirklich zu einem fundierten Ergebnis zu kommen, haben wir unseren Experten Yann um drei Fragen gebeten, die sich jede Entscheiderin und jeder Entscheider stellen sollte:

1. Wie viel Anpassbarkeit wird benötigt und wie schnell muss sich das System drehen?

Die Antwort auf die erste Frage ist meist recht einfach: Benötigst du viel Anpassbarkeit und dein System sollte sich schneller drehen als ein Neutronenstern, dann führt dein Weg zu Shopify. Darf es dagegen eher bedächtig und in festen Bahnen zugehen, dann ist Salesforce eine mögliche Alternative.

2. Ist die TCO-Betrachtung realistisch und berücksichtigt sie versteckte Shadow-IT-Prozesse?

Weiterhin darfst du nicht vergessen, dass zu einer realistischen TCO-Betrachtung mehr gehört als die offiziellen Lizenzkosten. Da wäre zunächst der gesamte Rattenschwanz aus Custom Solutions, Weiterentwicklungen und Updates.

Außerdem gibt es noch die berüchtigten Shadow-IT-Prozesse, bestehend aus inoffiziellen Integrationen, manuellen Workarounds oder zusätzlichen Tools. Hier fallen die Kosten bei Salesforce gemeinhin deutlich höher aus als bei Shopify, da Enterprise-Implementierungen immer komplexer sind. Für eine realistische Einschätzung sollten diese stillen Kosten und der interne Verwaltungsaufwand daher explizit in die TCO einfließen.
„Shadow-IT ist oft der unsichtbare Kostentreiber im E-Commerce: Kleine Workarounds, zusätzliche Tools und manuelle Prozesse summieren sich schnell zu einem erheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwand.“ – Yann Karl, CTO bei Strix DE

3. Passt das Ökosystem zur langfristigen Vision und betrachtet nicht nur isoliert einzelne Tools?

Zuletzt sollte die Bewertung des Ökosystems über den Vergleich einzelner aktuell genutzter Module hinausgehen und die strategische Entwicklung des Unternehmens berücksichtigen. Entscheidend ist, ob die Plattform Raum für zukünftige Anforderungen bietet – etwa neue Vertriebskanäle, zusätzliche Märkte oder eine stärker integrierte Customer Experience. Die eigentliche Frage lautet daher nicht nur „Welches Tool passt heute?“, sondern auch, welche Plattform die Vision des Unternehmens in den nächsten fünf bis zehn Jahren am besten tragen kann.
„Die beste Technologie ist die, die deine Geschäftsziele unterstützt – nicht die, die auf dem Papier am mächtigsten wirkt.“ – Yann Karl, CTO bei Strix DE

Shopify Plus vs. Salesforce Commerce Cloud: Mit uns ist die Antwort klar

Hast du deine Antworten gefunden, dann führt dein nächster Schritt dich hoffentlich zu uns:

Unser Team fürs Replatforming, aka die Migration, hilft dir, mit deinem gesamten Store zu Shopify umzuziehen – ganz egal, ob dein System aktuell bei Salesforce liegt oder auf einer ganz anderen Plattform. Bist du dagegen bereits bei Shopify, hast dich gegen Salesforce Commerce entschieden, aber bist mit deinem aktuellen Shop trotzdem nicht zufrieden, dann ist unsere Crew für deinen Relaunch deine Ansprechpartnerin.

Solltest du dich allerdings durch den gesamten Beitrag gelesen haben, weil du wissen wolltest, was denn nun bei dem Boxkampf aus unserer Einleitung passiert ist: Der Underdog Cassius Clay tanzte den langsameren Liston im Ring förmlich aus. Nach der sechsten Runde blieb Liston in seiner Ecke und gab auf. Clay wurde Weltmeister und gab bekannt, dass sein Name ab nun Muhammad Ali lautet.  

FAQ: Shopify vs. Salesforce Commerce Cloud 

Was sind Best of Suite und Best of Breed und wie hängt das mit Salesforce und Shopify zusammen?

Best of Suite beschreibt eine integrierte Plattform, bei der möglichst viele Funktionen aus einer Hand kommen, von Shop über CRM hin zu Marketing-Tools. Salesforce ist ein typischer Vertreter dieses Ansatzes.

Best of Breed setzt dagegen auf spezialisierte Einzeltools, die über APIs miteinander verbunden werden. Shopify fungiert hier als zentraler Core, an den sich flexibel weitere Lösungen andocken lassen. Die Wahl zwischen beiden Ansätzen beeinflusst maßgeblich Flexibilität, Kosten und Geschwindigkeit im E-Commerce.

Für wen eignet sich Shopify besser als die Salesforce Commerce Cloud?

Shopify ist ideal für Unternehmen, die schnell starten oder flexibel skalieren möchten. Besonders im Mid-Market, bei wachstumsorientierten Brands oder bei Migrationsprojekten punktet Shopify durch geringere Kosten, schnellere Time-to-Market und ein starkes App-Ökosystem.

Wann ist die Salesforce Commerce Cloud die sinnvollere Wahl?

Salesforce kann sinnvoll sein für große Unternehmen mit sehr komplexen Anforderungen, bestehender Salesforce-Infrastruktur oder strengen Compliance-Vorgaben. Auch bei langfristig gewachsenen Systemlandschaften kann ein Verbleib auf Salesforce strategisch sinnvoll sein.

Wie wichtig ist das Ökosystem bei der Plattformwahl?

Sehr wichtig. Die Wahl sollte nicht nur auf aktuellen Anforderungen basieren, sondern auch darauf, wie gut sich neue Tools, Märkte und Geschäftsmodelle in Zukunft integrieren lassen. Shopify bietet hier durch seinen API-first-Ansatz und App Store besonders viel Flexibilität.

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