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One-Stop-Shop: Umsatzsteuerreform 2021, die (fast) alle betrifft

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E-Commerce Checkliste 2020

Bist du bereit fürs neue Jahrzehnt? Überprüfe, ob du mit deinem Shop auch 2020 erfolgreich sein kannst.

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Ein Shopsystem wie Shopify ermöglicht es Unternehmen jeder Größe, weltweit Kunden zu erreichen. Sofern es sich dabei um private Endabnehmer handelt, stellt sich die Frage, wo und wie diese Lieferungen der Umsatzsteuer unterliegen. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen innerhalb der Europäischen Union (EU) liegt die Umsatzsteuerschuld häufig im Land des Empfängers. 

Damit sich kleine und mittlere Unternehmen nicht auf die Suche nach einem oder mehreren kostenintensiven Steuerberatern im Ausland machen müssen, hat der Gesetzgeber eine sogenannte Freigrenze geschaffen. Bis zu dieser Grenze dürfen Onlinehändler ihre grenzüberschreitenden Lieferungen innerhalb der EU weiterhin bei ihrem Heimatfinanzamt versteuern.

Diese Systematik schauen wir uns im Folgenden an – allerdings bereits unter der Ankündigung, dass sich diese Logik ab dem 1. Juli 2021 sehr wahrscheinlich grundlegend ändern wird. Außerdem erklären wir, was es mit der technologischen Revolution “One-Stop-Shop” auf sich hat.

Beginnen wir aber zunächst mit dem Status Quo.

Regelung bis zum 30.06.2021: So hoch sind die Lieferschwellen

Grenzüberschreitende Lieferungen an Endverbraucher bzw. private Endabnehmer innerhalb der EU können so lange im Ursprungsland versteuert werden – in der Regel ist das Land, von dem aus die Ware versendet wird – bis ihr die Lieferschwelle des Bestimmungslandes überschreitet.

Lieferschwellen gelten immer pro EU-Staat und belaufen sich in der Regel auf 35.000 Euro netto pro Kalenderjahr. Es gibt nur drei EU-Staaten, die einen Wert von 100.000 Euro aufweisen: Deutschland, die Niederlande und Luxemburg.

Umsatzsteuer im EU-Ausland

Ab dem Zeitpunkt des Überschreitens bist du im Bestimmungsland steuerpflichtig.

Was bedeutet das konkret?

  • Die Lieferung, welche zum Überschreiten der Lieferschwelle geführt hat, musst du bereits im Bestimmungsland versteuern – mit dem dort geltenden Umsatzsteuersatz. 
  • Dabei musst du beachten, dass die Bandbreite der Standardsteuersätze in der EU zwischen 17 und 27 Prozent variiert
  • Du musst dich im Bestimmungsland beim zuständigen Finanzamt melden und dich dort steuerlich erfassen lassen.
  • Anschließend musst du laufend Umsatzsteuer-Erklärungen abgeben und die Umsatzsteuer für die genannten Umsätze im Ausland abführen.

Ab dem 1.7.2021 soll diese Logik vollkommen neu geregelt werden. Die einzelnen Lieferschwellen aller 27 EU-Staaten werden dann wegfallen. Was bedeutet das?

Regelung ab dem 1.7.2021: VAT E-Commerce Package & One-Stop-Shop

Der aktuelle Gesetzesentwurf – das sogenannte VAT E-Commerce Package – sieht den Wegfall aller nationalen Lieferschwellen vor. An deren Stelle tritt eine einzige EU-weite Lieferschwelle in Höhe von 10.000 Euro netto.

Wegfall der Lieferschwellen bedeutet Versteuerung im gesamten EU-Ausland

Das bedeutet, dass du deine B2C-Lieferungen ab dem 1.7.2021 immer im EU-Ausland versteuern musst, sobald der Nettobetrag eurer grenzüberschreitenden Lieferungen innerhalb der EU 10.000 Euro überschreitet – egal in welche EU-Staaten.

Versteuerung im gesamten EU-Ausland

Das wird dazu führen, dass sehr viel mehr Onlinehändler in weiteren EU-Staaten steuerpflichtig werden als bislang – vermutlich auch du, wenn du den grenzüberschreitenden Versand in der EU in deinem Shopify Shop ermöglichst.

Damit du dir aber nicht für zahlreiche EU-Staaten jeweils einen Steuerberater suchen musst, geht diese Gesetzesreform mit einer grundlegenden technologischen Vereinfachung einher – dem sogenannten One-Stop-Shop.

Was verbirgt sich dahinter und wie ist der One-Stop-Shop zu nutzen?

Über One-Stop-Shop werden Umsätze gemeldet, die im EU-Ausland generiert wurden 

Der One-Stop-Shop ist eine Schnittstelle, die in Deutschland vom Bundeszentralamt für Steuern entwickelt wird. Aktuell gibt es diese schon in einer abgespeckten Version, den sogenannten Mini-One-Stop-Shop. Darüber können bereits seit 2015 sogenannte digitale Dienstleistungen gemeldet werden. Der Mini-One-Stop-Shop wird daher nun zum (großen) One-Stop-Shop für den Onlinehandel ausgebaut.

Onlinehändler, die aufgrund ihrer grenzüberschreitenden B2C-Verkäufe zukünftig in anderen EU-Staaten steuerpflichtig sind, können ihre Umsätze dann über den One-Stop-Stop melden und dort auch die Begleichung ihrer Umsatzsteuerschuld vornehmen. Das Bundeszentralamt für Steuern wird diese Meldungen und auch die vereinnahmte Umsatzsteuer im Anschluss an die jeweiligen EU-Staaten verteilen.

Neue Regelungen für den Verkauf im EU-Ausland

Die Verwendung des One-Stop-Shop ist freiwillig. Du kannst auch (weiter) so verfahren, wie eingangs beschrieben.

Im Folgenden findest du ein paar Rahmenbedingungen, welche die Benutzerfreundlichkeit des One-Stop-Shop erhöhen und damit zusätzliche Anreize zur Verwendung dieser Technologie schaffen sollen.

  • Wer seine grenzüberschreitenden B2C-Lieferungen über den One-Stop-Shop meldet, muss keine Rechnungen mehr für diese Lieferungen ausstellen.
  • Der Meldezeitraum ist immer das Quartal.
  • Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage nach Ablauf des Meldezeitraums. 

Nicht alle Onlinehändler werden jedoch vom One-Stop-Shop profitieren.

One-Stop-Shop ist nicht für alle Onlinehändler kompatibel

  • Setzt du neben deinen Shopify-Umsätzen zusätzlich auf Marktplätze wie beispielsweise Amazon, dann kann es sein, dass du einen Teil deiner Transaktionen weiterhin über lokale Registrierungen im EU-Ausland melden musst. 
  • Das betrifft insbesondere Onlinehändler, die parallel an Amazon-Programmen wie Pan EU oder Mitteleuropa (CEE) teilnehmen, bei denen die Produkte auch in ausländische Fulfillment-Center verbracht werden.

Insbesondere die Lieferung der Produkte in die ausländischen Fulfillment-Center muss sowohl im Ursprungs- als auch Bestimmungsland gemeldet werden. Die Finanzämter im In- und Ausland nehmen diese Logistikstrukturen daher vermehrt in den Fokus.

Auch Shopify Händler, die ein sogenanntes Drop-Shipment betreiben, werden in vielen Fällen von der Nutzung des One-Stop-Shop ausgeschlossen werden, da diese Art von Transaktionen ebenfalls nicht über den One-Stop-Shop gemeldet werden kann.

Betrachtet man sich den Vorlauf dieser Reform, ist es unseres Erachtens nach noch nicht vollständig sicher, dass diese wirklich zum 1.7.2021 in Kraft treten wird.

Wie wahrscheinlich ist diese Reform?

Die EU-Kommission stellte bereits vor mehr als vier Jahren offiziell fest, dass das Umsatzsteuerrecht in der EU dem modernen Onlinehandel nicht mehr gewachsen ist und diesem zahlreiche bürokratische Hürden auferlegt. Daher einigten sich alle Mitgliedstaaten bereits Ende 2017, das VAT E-Commerce Package zum 1. Januar 2021 in nationales Recht umzusetzen.

Das zentrale Element dieser Reform ist der One-Stop-Shop. Nur, wenn alle Mitgliedstaaten diese Technologie rechtzeitig ausgebaut haben, kann sie gelingen.

Da zu Beginn 2020 absehbar wurde, dass der Ausbau dieser technologischen Infrastruktur nicht schnell genug vorankommt, einigten sich die Mitgliedstaaten Ende Juni auf eine Verschiebung dieser Reform um sechs Monate – auf den 1.7.2021.

Ob diese Zeit ausreichend sein wird, wird die Zukunft zeigen. Die Zeit zur Anpassung der eigenen Umsatzsteuer-Compliance-Prozesse beträgt jedoch nur noch wenige Monate, sodass du dir trotz dieser Unsicherheiten schon jetzt Gedanken über die Umsetzungen machen solltest.

Fazit zur größten Umsatzsteuerreform

Das VAT E-Commerce-Package stellt die größte Umsatzsteuerreform der letzten 25 Jahre dar und wird fast alle Onlinehändler betreffen. Der damit einhergehende One-Stop-Shop wird für reine Shopify-Händler, die im EU-Ausland steuerpflichtig sind bzw. werden und kein Dropshipping betreiben, eine wahre Erleichterung mit sich bringen. 


Setzt du parallel auf das grenzüberschreitende Fulfillment von Amazon oder anderen Marktplätzen, wirst du dich sowohl mit dem One-Stop-Shop als auch mit lokalen steuerlichen Registrierungen im EU-Ausland auseinandersetzen müssen.

Dr. Roger Gothmann (Dipl. Volkswirt & Dipl. Finanzwirt (FH)) ist Mitgründer der Compliance-Plattform Taxdoo, über die Onlinehändler aller Größen ihre Umsatzsteuer-Compliance im EU-Ausland, ihre Finanzbuchhaltung und noch viel mehr abwickeln können. Zu den Kunden von Taxdoo gehören Unternehmen wie z.B. Beiersdorf, Purelei, Yfood und air up.


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