Ein einziger Shop für Endkunden und Großkunden


Ein einziger Shop für Endkunden und Großkunden

B2B und B2C geht in einem Abwasch, aber wie?

In der Regel sind viele Onlineshops für Endkunden (B2C) gedacht. Nichtsdestotrotz haben wir nun schon einige Projekte umgesetzt, in denen nicht nur B2C, sondern auch Großkunden (B2B) bedient werden sollen.

Unabhängig von den angebotenen Produkten unterscheiden sich die beiden Angebote vor allem in den folgenden Punkten:

  • Der Preis: wahrscheinlich das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Ein Großkunde wird wahrscheinlich einen anderen Preis zahlen als ein Endkunde, gleichzeitig möchte man vermeiden, dass der Endkunde die Preise der Großkunden sieht
  • Die Verfügbarkeit: manche Artikel sollten nur für Groß- bzw. nur für Endkunden verfügbar und am besten auch nur für diese sichtbar sein
  • Mindestbestellmenge: oft ist es notwendig, dass der Großkunde eine Mindestmenge eines Produktes abnimmt und erst gar nicht wenige als Mindestmenge bestellen kann
  • Steuern: je nach Art und Sitz des Großkunden kann es sich anbieten, Netto- und Bruttopreise zu unterscheiden, bzw. diese auf eine gesonderte Weise auf einer Rechnung anzuzeigen

Shopify wurde zwar ursprünglich als Endkundentool konzipiert, doch kann man inzwischen jeden erdenklichen Geschäftsprozess darstellen. Hier wollen wir unsere Best-Practices zu den oben beschriebenen Punkten teilen.

Im Kern werden wir uns zu Nutze machen, dass Shopify über ein eingebautes Kundenmanagementsystem (CRM) verfügt und es die Möglichkeit gibt, unterschiedliche Varianten eines einzelnen Produkts anzulegen.

Unterschiedliche Preise und Produkte für Groß- und Endkunden

Um für Großkunden andere Preise als für Endkunden für das gleiche Produkt anzuzeigen, können wir mit Shopify's Variantenlogik arbeiten. Wenn wir also ein weißes Tshirt verkaufen, werden wir zwei Varianten für dieses weiße Tshirt anlegen:
  • Variante E: Preis €20
  • Variante G: Preis €10
Über eine einfache Logik können wir nun festlegen, dass Endkunden nur die Variante E und Großkunden nur die Variante G sehen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass der Endkunde auch nur Variante E zu €20 und der Großkunde nur Variante G zu €10 erwerben kann.
Woher weiß Shopify welcher Kunde Groß- und welcher Kunde Endkunde ist? Großkunden werden sich über ein sehr einfaches System direkt einloggen. Wenn das System den eingeloggten Kunden als bestehenden Großkunden erkennt, wird dieser automatische im restlichen Verkaufsprozess als Großkunde behandelt. Endkunden müssen sich nicht einloggen und sehen somit die "normalen" Preise und Varianten.

Bestimmte Produkte nur für eine bestimmte Kundengruppe verfügbar machen

Hier gehen wir nach der gleichen Logik vor wie beim Preis. Wir prüfen vor der Anzeige eines jeden Produkts, ob der Kunde eingeloggt und ein Großkunde ist.

Falls ja, darf er bestimmte Produkte sehen, die für Endkunden nicht verfügbar sind. Ein ähnliches Vorgehen können wir auch bei der Mindestbestellmenge verwenden: auch unabhängig von der Kundengruppe können wir festlegen, wie viele Teile eines Produkts bestellt werden müssen, damit man seinen Einkauf abschließen kann.

Natürlich funktioniert dieses Vorgehen auch für den gesamten Warenkorb. So kann man zum Beispiel festlegen, dass der Einkauf erst abgeschlossen werden darf, wenn der Warenkorbwert größer als €500 ist.

Steuerliche Behandlung von nationalen und internationalen Großkunden

Die Möglichkeit Kunden in bestimmte Gruppen einzuteilen bietet uns die Möglichkeit, z.B. für internationale Großkunden Preise ohne Steuern anzuzeigen. Auch hier können wir eine weitere Variante anlegen, deren Preis sich um die Mehrwertsteuer verringert:
  • Variante I: 10€ / 1.19 = €8.40

Diese Variante I werden wir nur für internationale Großkunden sichtbar machen. So können wir sogar die unterschiedliche steuerlichen Realitäten auf Grund der Lieferlandes mit einbeziehen.